Theater

Der Talisman


Als Außenseiter hat man’s schwer: Davon weiß der Barbiergeselle Titus Feuerfuchs ein Lied zu singen, sorgen doch seine feuerroten Haare nicht nur stets für Spott und Gelächter, sondern auch dafür, dass er von seinem reichen Onkel verstoßen wurde und keine rechte Anstellung findet.

Darüber mag ihn auch die offensichtliche Zuneigung der ebenfalls rothaarigen Salome nicht hinwegzutrösten. Sein Schicksal wendet sich, als er einem Reisenden das Leben rettet und dieser ihm zum Dank eine schwarze Perücke als Talisman schenkt. Plötzlich reißt sich die heiratswütige Damenwelt, die gleichzeitig auch Arbeitgeberwelt ist, um den dunkelhaarigen Jüngling und ermöglicht ihm einen rasanten beruflichen und sozialen Aufstieg. Titus weiß die Gunst der Stunde zu nutzen und nimmt – mal kratzig und aufbegehrend, mal charmant und zärtlich, jedoch immer listig – Stufe um Stufe. Doch dann kommt ihm sein Talisman abhanden und ein irrwitziges Ringen gegen den Absturz zurück ins gesellschaftliche Abseits beginnt …

„So kopflos urteilt die Welt über die Köpf’, und wann man sich auch den Kopf aufsetzt, es nutzt nix. Das Vorurteil is eine Mauer, von der sich noch alle Köpf’, die gegen sie ang’rennt sind, mit blutige Köpf’ zurückgezogen haben“, lässt Johann Nestroy seinen Protagonisten im „Talisman“ räsonieren und wirft damit einen kritischen Blick auf eine Gesellschaft, die von Vorurteilen, Dünkelhaftigkeit, Konkurrenzkampf, Machtwille und Geldgier beherrscht wird – eine Welt der Ausgrenzung und Diskriminierung, in der Schein mehr zählt als Sein und es einer kleinen Revolution gleichkommt, ganz man selbst zu sein.

Dominique Schnizer, der in der vergangenen Spielzeit mit „Kreise / Visionen“ erfolgreich sein Regiedebüt in seiner Heimatstadt Graz gab, wird sich Nestroys satirischer und sozialkritischer Posse rund um die wohl bedeutendste Perücke der Theaterliteratur annehmen, die auch 177 Jahre nach ihrer Uraufführung nichts an Aktualität eingebüßt hat. Eine Brücke ins Heute wird zudem der junge Grazer Erfolgsautor Ferdinand Schmalz schlagen: bekannt für seinen beißenden Sprachwitz wird er die Nestroy’schen Lieder und Couplets eigens für diese Inszenierung bearbeiten und ergänzen.

Posse von Johann Nestroy

Mit Liedern und Couplets von Ferdinand Schmalz

BESETZUNG:

REGIE
Dominique Schnizer
BÜHNE UND KOSTÜME
Christin Treunert
MUSIKALISCHE LEITUNG
Bernhard Neumaier
LICHT
Viktor Fellegi
DRAMATURGIE
Elisabeth Geyer
TITUS FEUERFUCHS
Clemens Maria Riegler
FRAU VON CYPRESSENBURG
Christiane Roßbach
EMMA, IHRE TOCHTER
Tamara Semzov
CONSTANTIA, IHRE KAMMERFRAU
Evamaria Salcher
FLORA BAUMSCHEER, GÄRTNERIN
Susanne Konstanze Weber
PLUTZERKERN, GÄRTNERGEHILFE
Werner Strenger
MONSIEUR MARQUIS, FRISEUR
Franz Solar
SPUND, EIN BIERVERSILBERER
Franz Xaver Zach
HERR VON PLATT / NOTARIUS FALK
Rudi Widerhofer
SALOME POCKERL, GÄNSEHÜTERIN
Sarah Sophia Meyer
IN DIVERSEN ROLLEN
Matthias Ohner
MUSIK
Daniel Fuchsberger, Bernhard Neumaier


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