Theater

Der Streit


Nikolaus Habjan, der in der Saison 2018/19 am Landestheater Niederösterreich Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ inszeniert, arbeitet mit den von ihm hergestellten Puppen an der Schnittstelle von Körper und Körperdarstellung. Zusammen mit dem Ensemble des Münchner Residenztheaters setzt er diese Arbeit fort und führt die Puppenmenschen ins (Eigen-)Leben.

von Pierre Carlet de Marivaux
Deutsch von Peter Stein

mit
Nikolaus Habjan, Manuela Linshalm, Oliver Nägele, Arthur Klemt, Mathilde Bundschuh, Kyrre Kvam

Inszenierung und Puppenbau Nikolaus Habjan
Bühne Jakob Brossmann und Denise Heschl
Kostüme Denise Heschl
Musik Kyrre Kvam
Licht Markus Schadel
Dramaturgie Thorben Meißner

Welches Geschlecht war zuerst untreu? Der Mann oder die Frau? Um diese Frage ein für allemal zu beantworten ist ein Prinz mit seiner Geliebten, Hermiane, angetreten, den Sündenfall experimentell nachzuvollziehen. In einem wissenschaftlichen Versuch soll dies nachempfunden werden, statt Adam und Eva heißen die neuen ersten Menschen nun Eglé oder Adine. Konstruiert scheint ihr Dasein in dieser Versuchsanordnung, konstruiert auch das Geschlecht, das befragt werden soll. Immer schwingt in diesem Versuch die Frage nach der Abhängigkeit zwischen dem Forschenden und seinem Objekt mit, den Beobachtern und den Beobachteten.
In Marivaux’ Versuchsaufbau, irgendwo zwischen Garten Eden und medizinischem Institut changierend, erkundet der Puppenspieler und Regisseur Nikolaus Habjan ein altes Thema mit neuen Puppen: Wie nur kann qua unwiderruflichem Beweis die Wahrheit über die menschliche Untreue aufgezeigt und das Verhältnis der Geschlechter befriedet werden? Die ersten Menschen werden inszeniert, der Sündenfall folgt einer klaren Aufführungsordnung und „Der Streit“ wird zum „Schauspiel ganz besonderer Art“. Vorhang auf im anatomischen Theater des Nikolaus Habjan.

Nikolaus Habjan, der in der Saison 2018/19 am Landestheater Niederösterreich Elfriede Jelineks „Am Königsweg“ inszeniert, arbeitet mit den von ihm hergestellten Puppen an der Schnittstelle von Körper und Körperdarstellung. Zusammen mit dem Ensemble des Münchner Residenztheaters setzt er diese Arbeit fort und führt die Puppenmenschen ins (Eigen-)Leben. Beim Gastspiel am Landestheater Niederösterreich spielt er selbst mehrere Rollen.


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