Theater

Der Schwierige


Wer oder was ist, nach dem von Hofmannsthal entworfenen Bilde zu schließen, ein Schwieriger? Ein Anspruchsvoller jedenfalls, aber auch einer, der an sich selbst die höchsten Ansprüche stellt und unter ihrer Unerfüllbarkeit leidet, was uns mit seiner Unleidlichkeit halbwegs versöhnt.

Die verwitwete Gräfin Freudenberg beabsichtigt, mit ihrem Sohne Stani eine Soiree in der verwandten Familie Altenwyl zu besuchen. Ihr Bruder, Graf Hans Karl Bühl, ein sehr begüterter Junggeselle, in dessen Haus die beiden wohnen, will nicht auf die Soiree gehen. Er ist im Allgemeinen etwas schwierig, er liebt große Gesellschaften nicht, vielleicht spielt auch die Möglichkeit einer ihn beunruhigenden Begegnung mit. Dabei könnte es sich um Helene handeln, die schöne und begehrenswerte Tochter des Hauses Altenwyl, die ihm seit Jahren eine tiefe Mädchenschwärmerei entgegenbrachte, augenblicklich aber anscheinend nicht weit davon entfernt ist, sich mit einem holstein'schen oder baltischen Baron Neuhoff zu verloben.

Oder es könnte sich um die in Scheidungsumständen befindliche Gräfin Antoinette Hechingen handeln, Hans Karls letzten Flirt, vor der er sich aber jetzt fernhält, da er sich inzwischen mit ihrem Gatten angefreundet hat und dessen sehnsüchtigem Wunsch nach ehelicher Aussöhnung nicht im Wege stehen will.

Die altösterreichische Aristokratie in ihren letzten Zügen erfährt in diesem theatralen Ereignis um das Jahr 1918 in einem Feuerwerk an ironischen Pointen, spielerischer
Leichtigkeit, und tänzerischer Intermezzi ein erneutes Aufflammen. Es spielen große österreichische Theaterschauspieler wie Hans Piesbergen, Mercedes Echerer, Lisa Wildmann, Hubert Wolf u.v.a.

Kein architektonischer Hintergrund könnte hierfür besser dienen, als der schöne spätbarocke Schlosshof der Tillysburg bei St. Florian.


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