Theater

Der nackte Wahnsinn


Schadenfreude ist ja doch wohl die schönste Freude! Und wenn man als Zuschauer so richtig live dabei sein kann, wenn auf einer Bühne etwas schief geht, dann ist das ein außerordentliches Vergnügen für den Betrachter. Der englische Autor Michael Frayn nutzt diesen Effekt in seiner Erfolgskömodie „Der nackte Wahnsinn“ weidlich aus und macht aus dem Theater eine Bühne des Lebens.

24 Stunden vor der Premiere von „Nothing on“, dem neuen Stück von Erfolgsautor Robin Housemonger nehmen wir an der Generalprobe teil. Regisseur Lloyd Dallas ist mit seinen Nerven am Ende. Die Türen im Bühnenbild klemmen, die Requisiten sind nicht am rechten Ort und die Darsteller hadern mit ihrem Text. Und das bei einem Stück, bei dem Timing alles ist. Was unter Zeitdruck geprobt wurde, droht kurz vor der Premiere im Chaos zu versinken.

Nur mit Mühe erreicht das Ensemble das Finale des ersten Aktes. Und dabei bleibt es auch. Denn mehr als den ersten Akt von „Nothing on“ bekommt der Zuschauer von „Der nackte Wahnsinn“ nicht zu sehen. Dafür aber gleich dreimal. Und als besonderer Clou des Abends: auch was hinter der Bühne passiert.

Michael Frayns unwiderstehliche Persiflage auf das Theater hat sich seit ihrer Uraufführung 1982 in kürzester Zeit zu einem Dauerbrenner entwickelt und wurde 1992 von Peter Bogdanovic verfilmt. Voller Slapstick erzählt sie vom ganz normalen Wahnsinn des Theatermachens, vom verzweifelten Kampf einer Schauspieltruppe mit Text, Bühnenbild, Kostümen, Requisiten und nicht zuletzt mit sich selbst.

Komödie von Michael Frayn

Mit Ursula Ruhs, Gabriele Deutsch, Anú Anjuli Sifkovits, Michael Kuttnig, Peter-Andreas Landerl, Johannes Schmid, Josef Forster und Daniel Pascal.

Inszenierung: Daniel Pascal

Ausstattung und Licht: Konstantin Jenny


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