Kunstausstellung

Der Meister Tön und Weisen … Heinz Zednik – 50 Jahre Staatsoper


2015 feiert die Musikwelt gleich zwei Jubiläen des bekannten und beliebten österreichischen Tenors Heinz Zednik: Zum einen begeht der Sänger seinen 75. Geburtstag, zum anderen gehört er dem „Haus am Ring“ nunmehr genau 50 Jahre lang an. Einem Gastauftritt des jungen, in Graz engagierten Tenors als Augustin Moser in Wagners Die Meistersinger von Nürnberg am 5.11.1964 folgte schließlich am 3.9.1965 sein erster Auftritt als vollwertiges Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper – als
Graf Lerma in Verdis Don Carlo.

Im Lauf seines Wirkens konnte Heinz Zednik einen eigenen Stil entwickeln, dem der engere Begriffsrahmen des Charaktertenors nicht mehr zu genügen scheint und der in seinem Fall wohl einiges mehr umfasst als bloßes Komödiantentum und jene Buffo-Komik, welche den sogenannten ernsten Partien „auflockernd“ gegenüberzutreten hat: Sein Wenzel in Bedřich Smetanas Die verkaufte Braut zeigt jene mitleiderregende Tiefe, die der sonst oft oberflächlich dargestellte Stotterer nicht zu geben vermag, wohingegen sein Hauptmann in Alban Bergs Wozzek unter plakativer Brutalität eine banale Witzfigur hervorschimmern lässt. Der Mime in Richard Wagners Siegfried wiederum erhält zwischen den Wagner’schen Karikierungen eine Ernsthaftigkeit, die so manch andere Interpretation dieser Rolle nicht zu bieten vermag. Seine Wiederentdeckung von
Ernst Kreneks Liederzyklus Reisebuch aus den österreichischen Alpen macht Heinz Zednik auch auf dem Gebiet des Liedes zu einem vielfach nachgeahmten Vorbild. Dass der Tenor darüber hinaus dem Wienerlied – in der Nachfolge von Julius Patzak – einen wichtigen Impuls geben konnte, sei als weiterer Verdienst hervorgehoben.

Die Präsentation des Theatermuseums greift nicht nur über das Engagement des Sängers an der Wiener Staatsoper hinaus – in Richtung Mailand, Bayreuth und New York –, sondern verlässt den Bereich der Oper auch mehrfach, um der Bandbreite von Heinz Zedniks musikalischem Wirken gerecht zu werden, das auch die Operette, das Oratorium, das Kunstlied sowie das weite Feld des Wienerliedes umfasst. Die Ausstellung wurde von Markus Vorzellner kuratiert und von
Elisabeth Truxa gestaltet.

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