Theater

Der Koffer der Adele Kurzweil


Die Autoren Manfred Theisen und Thilo Reffert nehmen sich dieses wichtigen Stückes (Grazer Stadt-)Geschichte und der damit aufkommenden, aktuellen wie drängenden Fragen an und erarbeiten auf der Basis der Recherchen, die Manfred Theisen zu seinem gleichnamigen Jugendroman gemacht hat, ein Theaterstück für Jugendliche und Erwachsene.

von Thilo Reffert und Manfred Theisen

Geschichte passiert nicht. Sie wird gemacht. – Er hat es in sich: ein Koffer, gerade groß genug für einen Kurztrip. Der Koffer der Adele Kurzweil. Wenn später jemand fragen sollte, was ein Symbol unserer Zeit ist, so wäre es vermutlich: der Koffer. Die einen packen ihn für eine Geschäftsreise oder ein langes Wochenende, die anderen für eine Flucht ins Ungewisse. Schon vor achtzig Jahren musste die 13-jährige Adele ihren Koffer packen und ihre Heimat Graz verlassen. Hunderttausende Juden waren wie sie und ihre Eltern auf der Flucht, verfolgt von den Nationalsozialisten, im Gepäck die Vergangenheit und die Hoffnung auf ein besseres Morgen.

Adele träumte davon, einmal Modezeichnerin zu werden, drüben in Amerika. Ihre Flucht führte sie über die Schweiz, nach Paris und hinunter nach Südfrankreich, wo Adele eine ungewöhnliche Geschichte erlebte, die sich heute wie ein Krimi und eine Liebesgeschichte zugleich liest.

Ihr Koffer fand sich erst Jahrzehnte später auf einem Dachboden wieder, er hat die Reise der Familie mitgemacht, bis auf die letzte Etappe, die sie in das Vernichtungslager Auschwitz führte, in den Tod. Der Koffer war damals ein stummer Begleiter des Mädchens, heute ist er der letzte Zeuge. Bringen wir ihn zum Sprechen.

Inszenierung: Esther Felicitas Muschol,
Ausstattung: Fabian Lüdicke,
Regieassistenz: Julia Zach


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