Kabarett

Der Kleinkunstvogel


Achtzehn neue SolistInnen, Duos, Trios, lauern da draußen irgendwo in der deutschsprachigen Welt darauf, 2016 gnadenlos zuzuschlagen und sich die Trophäe heimzuholen wie schon neunundzwanzig andere vor ihnen.

Dreißig Jahre Kleinkunstvogel! Ein Anlass, wieder einmal in Iris Finks Broschüre "Der komische Vogel aus Graz" (Mitteilungen des Österreichischen Kabarett-Archivs, Heft 2) zu blättern. Gerade vier Jahre existierte die Bühne im Grazer Theatercafé, als Susanne Pocivalnik die Idee hatte, derweil noch unbekannten Fixgrößen von morgen ein Publikum zu verschaffen. Vom 26. bis 28. Februar 1987 wurde der erste Wettbewerb abgehalten. Staunend lese ich, wie viel von den damaligen Bedingungen gleich geblieben sind. Die fünfzehn Minuten Spielzeit, die fünfköpfige Jury, die Vogel-Skulptur als Preis, die Auftritte, die den SiegerInnen im Theatercafé winken und bei etlichen weiteren Bühnen, wie etwa Kitzbühel und Straden. Nur Weniges musste den neuen Zeiten angepasst werden, der Grazer Kleinkunstvogel bleibt begehrt.

Wer auch immer einen der Preise, entweder den von der Energie Steiermark gesponsorten Jurypreis den E-Kleinkunstvogel oder den Steirerkrone Publikumsvogel gewinnt, wir sind schon gespannt, was alles auf uns zukommt. Politisches? Musikalisches? Skuriles? Auch wenn nur eine(r) gewinnen kann, werden auch die anderen eine Menge herausholen können: Kontakte knüpfen, sich vor fachkundigem Publikum erproben und Profi-Tipps kriegen. Wer es ins Finale schafft, hat auch seinen ersten bezahlten Auftritt schon sicher: Beim traditionell ausverkauften "olympischen Schaulaufen" am Sonntag werden die Einnahmen unter den Künstlern aufgeteilt.

Also, "Dreißiger" hin oder her, 's isch Zeit für den Kleinkunswettbewerb! Am 1. Dezember 2015 beginnt die Anmeldefrist, und wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Alles klar?

Simon Pichler und das Hin & Wider-Team


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