Theater

Der Ignorant und der Wahnsinnige



1972 wurde Thomas Bernhards Der Ignorant und der Wahnsinnige als Auftragsarbeit der Salzburger Festspiele uraufgeführt. Der Salzburgbezug ist offensichtlich: das Stück spielt zum Teil in der Garderobe einer Sängerin, die in Mozarts Zauberflöte die Königin der Nacht singt; ebenso sind die Schimpfkanonaden gegen eine marode Kulturindustrie unschwer als sarkastische Invektiven gegen den Festspielbetrieb zu erkennen.

Allerdings kam es damals nur zu einer einzigen Aufführung. Aufgrund der österreichischen Gesetzeslage war es unmöglich, die am Ende des Stückes vorgeschriebene absolute Dunkelheit eintreten zu lassen. Daraufhin zogen Autor und Regisseur die Aufführung zurück. Das Ganze wurde als Salzburger „Notlicht- Skandal“ weithin publik, und es fehlte nicht an hämischen Bemerkungen von Kritikern Bernhards oder des Stückes, die darin eine geschickte Marktstrategie und den Beginn einer Legendenbildung sahen.

Die Häme sowie der Skandal sind heute nur noch eine Nebensächlichkeit. Das Stück hat andere Meriten und ist aufgrund seiner literarischen Qualitäten so frisch und unverbraucht wie am Tag seiner Uraufführung.

  • Sa., 11.02.2017

    19:30 - 22:30
  • So., 12.02.2017

    19:00 - 22:00