Theater

Der Herr Karl & Böse Lieder


Ja ja, der Herr Karl, gibts denn den noch? Der 1961 von Carl Merz und Helmut Qualtinger geschriebene und einst von Qualtinger genial gespielte Monolog macht im raunzenden Wiener Lagerarbeiter Karl alle Abgründe und Niederträchtigkeiten der österreichischen Seele erkennbar: Nazi-Gedankengut, Geschichtsverdrehung, Opportunismus, Vorurteile, Speichelleckerei (nach oben), Rassismus und Kaltherzigkeit (nach unten), naives Mitläufertum, gepaart mit skrupellosem Profitdenken.
Ist der Herr Karl 50 Jahre nach seiner Erschaffung überhaupt noch aktuell? Erich Josef Langwiesners knappe Antwort ist die Sportstadien-Hymne der Republik: „Immer wieder, immer wieder…“ Darüber hinaus stimmt Langwiesner an diesem Abend auch einige „böse Lieder“ an wie den „G’schupften Ferdl“ – Klassiker des Nachkriegskabaretts.
Keine Typisierung, prosaisch gespielt von Erich Josef Langwiesner im Freien Theater Innsbruck – ein Muss, oder: den gibts noch, den Herrn Karl, ewig heute.

mit Erich Josef Langwiesner (Herr Karl)
Lorenz Benedikt (Pianist)
Inszenierung und Bühne: Wilhelm Krausshar


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