Theater

Der Herr Karl


Man kann Österreich nur verstehen, wenn man einmal in seinem Leben „Der Herr Karl" gesehen hat. Wer das Stück öfter sieht, der wird fasziniert feststellen, dass sich Zeiten und Umstände ändern können. Die menschliche Seele allerdings nicht.

Und deswegen sitzt er noch immer im Lager eines Feinkostgeschäftes, jener freundliche Durchschnittsbürger, der im Grunde ein guter Mensch ist. Schlecht ist ja leider nur die Welt. Der Herr Karl erzählt einem jungen Menschen, wie das damals so gewesen ist in Österreich. Es war eine furchtbare Zeit, aber „a Hetz hama scho ghabt“. Beim Heurigen. Und über die anderen Sachen will man nicht weiter nachdenken.

Denn der Herr Karl ist ein Überlebenskünstler. Und das mit der Politik war in Österreich immer schon schwierig. Man hat nie gewusst, welche die stärkere Partei sein wird. Wie soll man sich denn da als Wähler entscheiden? Obwohl man natürlich Werte hat. Solange man daraus einen gewissen Nutzen ziehen kann. Im Leben und in der Liebe ist es wie im Geschäft: Man muss es sich halt ein bissl richten.

Carl Merz und Helmut Qualtingers großes Verdienst ist es, dass sie der österreichischen Seele einen Namen gegeben haben: Herr Karl. Und es ist bis heute eine große Freude, dem heimlichen Ahnherren unseres Landes zu lauschen.

Besetzung:

Herr Karl gespielt von Elmar Drexel
Regie: Klaus Rohrmoser
Bühne: Eva Praxmarer
Regieassistenz: Judith Knoll
Bühnenbau: Robert Simmerle
Technik: Sarah Caliciotti und Andreas Schwarz
Rechte: Thomas Sessler Verlag


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