Theater

Der Geizige


Molière
Komödie

Harpagons Geiz trägt nachgerade pathologische Züge. Seine Habgier scheint alle natürlichen Empfindungen ausgelöscht zu haben, das Anhäufen von Geld ist der einzige Beweggrund seines Tuns und Handelns: Leben und Geldbesitz sind für ihn ein und dasselbe. Geld bedeutet ihm mehr als das Glück seiner Kinder, und so verspricht er dem alten, wohlhabenden Anselme seine Tochter Elise zur Frau, sein Sohn Cléante soll aus ähnlichen finanziellen Erwägungen eine betagte Witwe ehelichen.

Und er selbst hat ein Auge auf die anmutige Marianne geworfen; er will sie heiraten, „falls sie nur etwas Vermögen besitzt“. Gnadenlos nutzt Harpagon seine moralische, rechtliche und ökonomische Macht als Familienoberhaupt aus, und auch sonst ist er zu allen unsauberen Geschäften bereit, wenn sie nur dazu dienen, seinen Besitz zu vermehren. Er ist von krankhafter Angst, bestohlen zu werden, geplagt, durch umständliche, ausgeklügelte, lächerliche Sicherheitsmaßnahmen versucht er sich vor Verlusten zu schützen.

Seiner kalten Raffgier gegenüber steht die Liebe: Elise ist in Valère verliebt, Cléante in Marianne. In Molières bissiger Komödie steht hässliche Gewinnsucht gegen die schönen Gefühle, Unmenschlichkeit gegen Herzenswärme.


Vergangene Termine