Literatur

Gert Jonke - Der ferne Klang


Inhaltlich irrwitzige Abenteuerreise eines Komponisten, der nicht mehr komponieren will, sprachlich der vielleicht Verblüffendste der Jonkeʼschen Wort-Brückenschläge zur Musik: DER FERNE KLANG, des Autors umfangreichste und (für mich) radikalste Prosa-Unternehmung, 1979 erstveröffentlicht, ist nicht nur Lese-, sondern insbesondere auch Hör-Erlebnis. Genauso kunstvoll wie vergnüglich wird hier Episode an Episode gereiht, genauso virtuos wie lustvoll an den Grenzen der Syntax balanciert, das Buch steckt voller grandiosem Unsinn, Wirbelwind und den erstaunlichsten Einfällen, Sehnsucht&Poesie, einer (auch ganz im Wortsinn) phantastischen Klangfülle ... Höchste Zeit, an Jonkes Sprachorgel, um die herum es zuletzt (mein Eindruck) etwas still geworden ist, wieder einmal ein paar Register zu ziehen. (Johannes Tröndle) Gert Jonke, *1946 in Klagenfurt, †2009 in Wien, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie. Debütierte 1969 mit dem Geometrischen Heimatroman.

In Folge zahlreiche Prosa- und Hörspieltexte sowie, vermehrt ab den 90ern, Arbeiten fürs Theater. Weitere wichtige Werke: Schule der Geläufigkeit. Erzählung (1977); Erwachen zum großen Schlafkrieg. Erzählung (1980); Der Kopf des Georg Friedrich Händel. Prosa (1988); Sanftwut oder Der Ohrenmaschinist. Eine Theatersonate (1990); Opus 111. Ein Klavierstück (1993); Es singen die Steine. Ein Stück Naturtheater (1998); Chorphantasie. Konzert für Solo-Dirigent auf der Suche nach einem Orchester (2003). Auszeichnungen (u.a.): Ingeborg-Bachmann-Preis (1977), Erich-Fried-Preis (1997), Großer Österreichischer Staatspreis (2001). Johannes Tröndle, *1981 in Hallein, Studium Violoncello und Musikwissenschaft, lebt als Autor, Klangkünstler und Hörspielmacher in Wien. Zuletzt: grimms gegen duden (Ö1 Kunstradio / Literatur als Radiokunst, 2014).


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