Film · Klassik

Der böse Geist Lumpaci Vagabundus


Johann Nestroy und das Theater an der Wien verbindet eine gemeinsame Geschichte, die schon beim gemeinsamen „Geburtsjahr“ 1801 beginnt. Ab 1831 war der witzigste Satiriker des Alt-Wiener Volkstheaters an diesem Haus als Schauspieler und Theaterdichter mit einer Jahresgage von 1200 Gulden verpflichtet. Am 11. April 1833 fand hier die Uraufführung seiner wohl berühmtesten Zauberposse Lumpacivagabundus statt. Nestroy selbst gab den Knieriem, die Rolle die er von allen seinen Figuren am öftesten gespielt hat und mit der er sich auch am 4. März 1862 für immer vom Wiener Publikum verabschiedete.

1921 hatte eine Produktion des Stücks am Staatstheater Berlin Premiere. Das „liederliche Kleeblatt“ dieser Aufführung – der Wiener Volksschauspieler Karl Etlinger und die Deutschen Fritz Hirsch und Otto Laubinger – wurde vom Wiener Regisseur Carl Wilhelm sofort für eine Verfilmung verpflichtet. Als Lumpaci Vagabundus (so die Schreibweise des Films) engagierte er Hans Albers. Das Originalplakat (und auch die Kostümfigurinen) stammten von dem Zeichner Walter Trier, der später durch seine Illustrationen von Kinderbüchern Erich Kästners bekannt wurde. Gedreht wurde im Sommer 1922 in Berlin (Atelier), mit Außenaufnahmen u. a. in der Wachau (Kremser Tor in Dürnstein), und war nach seiner Fertigstellung nachweislich in deutschen, österreichischen und schwedischen Kinos zu erleben. 90 Jahre nach seiner Premiere wurde nun das Exportnegativ vom Bundesarchiv-Filmarchiv für eine Digitalisierung zugänglich gemacht, sodass sie Lumpaci Vagabundus nun wieder in wunderbarer Bildqualität auf der Leinwand erleben können. Die neue Begleitmusik stammt von dem jungen österreichischen Komponisten Florian C. Reithner.

Regie und Manuskript von Carl Wilhelm

Besetzung:

Musikalische Leitung
Rani Calderon
Musik
Florian C. Reithner

Wiener KammerOrchester


Vergangene Termine