Theater

Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution


Die Regisseure Tom Kühnel und Jürgen Kuttner sind zum ersten Mal bei den Wiener Festwochen zu Gast.

Der Auftrag lautet: Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, die Werte der Französischen Revolution, in die entferntesten Kolonien hinauszutragen. Der Export einer erlösenden Idee, für alle, überall. Auszuführen haben diesen Auftrag die drei Emissäre der Revolution, Debuisson, Galloudec und Sasportas. Doch mit der Machtübernahme Napoleons bricht eine neue Zeit an.

»Die Welt wird was sie war, eine Heimat für Herren und Sklaven. Ich entlasse uns aus unserm Auftrag.« Das schreibt Heiner Müller in seinem Werk – und er selbst spricht es in dieser Inszenierung auf der Bühne, in einer Aufnahme von 1980. Zur Stimme des Autors verfangen sich stumme Schauspieler wie sinistre Marionetten in den Seilen eines Stückes über Verrat und das Scheitern von Utopien. Corinna Harfouch, mit präziser Eleganz und im strengen Habitus eines Weißclowns, bleibt als Debuisson allein zurück. »Ich fürchte mich, Sasportas, vor der Schande, auf dieser Welt glücklich zu sein.«
Heiner Müller als Stimme aus der Vergangenheit, als Mahner aus der Zukunft, begleitet vom Soundtrack der Tentakel von Delphi –so authentisch und zugleich ernst und vergnüglich war er selten zu erleben.

Die Regisseure Tom Kühnel und Jürgen Kuttner sind zum ersten Mal bei den Wiener Festwochen zu Gast.

Inszenierung Tom Kühnel, Jürgen Kuttner
Bühne Jo Schramm, Anna Sörensen
Kostüme Ulrike Gutbrod
Musik Hannes Gwisdek, Peter Bartz, Moritz Bossmann, Boris Nielsen (Die Tentakel von Delphi)
Dramaturgie Johannes Kirsten
Video Peer Engelbracht, Stephan Komitsch (impulskontrolle)

Mit Sarah Franke, Corinna Harfouch, Janko Kahle, Jürgen Kuttner, Daniel Nerlich, Hagen Oechel, Jonas Steglich


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