Oper · Theater

Der Apotheker - Komische Oper von Joseph Haydn


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Der Apotheker
Komische Oper von Joseph Haydn

Regie und Bearbeitung: Ulla Pilz
Musikalische Leitung: Nana Masutani
Grilletta: Iza Kopec
Volpino: Armin Gramer
Menghino: Martin Mairinger
Sempronio: Johannes Hanel

Das Stück und die Aufführung

Am 10. und 11.06.2016 verwandelt sich das „KUMST“ in Strasshof an der Nordbahn
wieder für zwei Abende zur Opernbühne.
Das Ensemble von „Kultur.Theater.Musik“ hat die Zielsetzung, klein besetzte
Musiktheaterwerke im ländlichen Raum, fern von den großen Opernbühnen,
aufzuführen.
Ein idealer Anlass, einen stimmungsvollen und vergnüglichen Abend Rahmen des
Kulturzentrums Marchfeld in Strasshof zu verbringen.
Um Haydns Musik zum Leben zu erwecken, steht ein hochkarätiges junges Ensemble
unter der musikalischen Leitung der Pianistin Nana Masutani zur Verfügung:
Die Sopranistin Iza Kopec wird die Rolle der Grilletta verkörpern und der
international erfolgreiche Countertenor Armin Gramer wird als Volpino zu sehen und
zu hören sein. Der aus Niederösterreich stammende Tenor Martin Mairinger, wird die
Rolle des Mengone interpretieren und Bariton Johannes Hanel schlüpft in die Partie
des Sempronio.
Für die Inszenierung und Bearbeitung des Stückes ist die aus unzähligen
Musiktheaterproduktionen, sowie aus Ö1, bekannte Ulla Pilz verantwortlich.

Über das Stück

Als Fürst Nikolaus Esterházy in den 1760er Jahren ein ganzes Sumpfgebiet
trockenlegen lässt, um sich ein prunkvolles Schloss zu errichten, darf natürlich auch
ein eigenes Opernhaus nicht fehlen. 1768 wird es feierlich eröffnet, und zwar mit
einem der bis heute beliebtesten Bühnenwerke Joseph Haydns: „Lo Speziale“, „Der
Apotheker“, eine komische Oper sehr frei nach Carlo Goldoni.
Von Esterháza aus tritt die Oper einen wahren Siegeszug durch Europa an; Grund
dafür sind einerseits die meisterhafte Musik, die an einigen Stellen schon Mozarts
beste Werke vorwegzunehmen scheint und andererseits die spritzige und turbulente
Handlung samt Liebeswirren, grotesker Verkleidungen und Happy End; damals wie
heute eine Kombination, die beste Unterhaltung auf höchstem künstlerischem Niveau
garantiert.
Schon zu Haydns Lebzeiten kursieren mehrere Fassungen des Stücks, Teile sind
überhaupt nur fragmentarisch erhalten. Für unsere Aufführungen erstellen wir nun
eine neue, behutsam aktualisierte Singspielversion, das heißt, wir verzichten erstmals
auf die Rezitative und ersetzen sie durch komödiantische Dialoge als Gegengewicht
zur prachtvollen Musik der Arien und Ensembles.
In unserer Fassung ist der Apotheker Sempronio ein gutbürgerlicher Unternehmer
von heute. Unter dem Apothekermantel seines Bediensteten Mengone verbirgt sich
ein sanfter, verliebter Hippie und unter dem seines Mündels Grilletta ein heimliches
Punkgirl, das viel mehr sein will als der Spielball ihrer Verehrer. Volpino, Goldonis
„reicher, junger Geck“ bleibt der hauptberuflich verwöhnte Sohn reicher Eltern, der
er auch schon im Original ist.
Dass der Ziehvater, der Lehrbub und der höhere Sohn hinter der einzigen jungen
Dame her sind und kaum ein Mittel scheuen, um die beiden anderen auszustechen,
bleibt als Zündfunke aller Turbulenzen selbstverständlich ganz im Sinne Goldonis
erhalten.

Inhalt

Nur aus Liebe zur schönen Grilletta arbeitet der sanfte junge Mengone in der
Apotheke ihres Vormunds Sempronio. Der hat zwar nichts anderes im Kopf als die
neuesten Nachrichten aus aller Welt, es aber selbst auf sein Mündel abgesehen, vor
allem wegen ihrer Mitgift. Und auch der reiche Volpino, der Sempronios Apotheke
gar so häufig besucht, tut das nicht aus medizinischen Gründen, sondern weil er an
Grilletta Gefallen findet.
Als der Apotheker versucht, seine Eheschließung mit der Ziehtochter unter Dach und
Fach zu bringen, verkleiden sich seine Nebenbuhler als Notare und setzen jeweils
ihren eigenen Namen in den Ehevertrag ein. Der Schwindel fliegt natürlich auf, aber
statt aufzugeben, versteigt sich Volpino in eine noch haarsträubendere
Lügengeschichte: Er erscheint als reicher Orientale, der Sempronio einen hoch
dotierten Posten in der Ferne verspricht, weit weg von Grilletta. Allerdings hat
Volpino hier die Rechnung ganz ohne Mengone gemacht und vor allem ohne
Grilletta....