Klassik

Dennis Russell Davies & Maki Namekawa - Klavier


Kann Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart ohne Texte in den Arien, ohne die komplexen Orchesterparts, reduziert auf eine Partitur für Klavier zu vier Händen wirklich funktionieren? Wie viel an der zugegebenermaßen verworrenen und nicht immer nachvollziehbaren Handlung der Zauberflöte ist (dennoch) notwendig, um sie als zauberhaft zu empfinden?

Der österreichische Dirigent und Komponist Alexander von Zemlinsky tritt mit seiner Bearbeitung für Klavier zu vier Händen den Beweis an, dass Mozarts Musik keine Bezüge aus dem Libretto braucht, um zu wirken, um den eigenen Charakter der Melodien zu entfachen. Meisterlich setzt Zemlinsky die bekannten Sing- und Orchesterstimmen in seiner Transkription um und entfacht, reduziert auf den Klang des Klaviers, die ganze Magie der Oper.

Maki Namekawa ist sowohl im klassisch-romantischen Repertoire als auch in der Neuen Musik gleichermaßen zu Hause. Sie hat sich jedoch zur Aufgabe gemacht, Werke zeitgenössischer Komponisten auch dem breiten Publikum bekannt zu machen und in das "normale" Musikleben einzuführen. Sie konzertiert regelmäßig auf internationalen Podien, u.a. beim Klavierfestival Ruhr, beim WDR-Klavierfestival Pianorama, bei der Musik-Biennale Berlin, dem Eclat Festival Stuttgart, dem Rheingau Musikfestival, den Klangspuren Schwaz und dem Festival Ars Electronica Linz, und wirkt bei Konzert- und Aufnahmenprojekten des ZKM Karlsruhe mit. Höhepunkte der letzten Jahre waren u.a. das Klavierkonzert von Alfred Schnittke mit dem Concertgebouw Orkest Amsterdam, mit dem Maki Namekawa bereits mehrfach konzertierte, die Klavierkonzerte Dialogues von Elliot Carter, Lousadzak von Alan Hovhaness mit der Basel Sinfonietta und Concert Rhapsody von Aram Khachaturian mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt. Unter der Lei tung von Dennis Russell Davies spielte sie im Januar 2012 Arvo Pärts Lamentate in der Carnegie Hall in New York, im Februar 2012 folgte Igor Strawinskys Concerto für Klavier und Blasinstrumente im Rahmen von zwei Konzerten mit den Bamberger Symphonikern.

Dennis Russell Davies wurde in Toledo (Ohio) geboren und studierte Klavier und Dirigieren an der New Yorker Juilliard School. Nach seinen ersten Positionen als Chefdirigent des Saint Paul Chamber Orchestra und des American Composers Orchestra, New York übersiedelte er 1980 nach Deutschland und Österreich. Es folgten Generalmusikdirektoren-Posten am Württembergischen Staatstheater Stuttgart und beim Orchester der Beethovenhalle, dem Internationalen Beethovenfest und der Oper Bonn. 1997 bis 2002 war er Chefdirigent des Radio-Symphonieorchesters Wien, 1997 wurde er als Professor an das Mozarteum Salzburg berufen und war von 1995 bis Saisonende 2006 Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters. Darüber hinaus ist Dennis Russell Davies seit der Saison 2009/2010 Chefdirigent des Sinfonieorchesters Basel. Seit 2002 ist Dennis Russell Davies Chefdirigent des Bruckner Orchester Linz und Opernchef am Landestheater Linz. Neben den steten Auftritten im Brucknerhaus Linz als Pianist und natürl ich als Dirigent des Bruckner Orchesters Linz dirigierte Maestro Davies als Gast u. a. Cleveland und Philadelphia Orchestra, Chicago, San Francisco und Boston Symphony und das New York Philharmonic Orchestra, während er in Europa derzeit mit Orchestern wie der Dresdner Philharmonie, dem Orchestra Filarmonica della Scala Milano, den Münchner Philharmonikern und dem Concertgebouworkest Amsterdam arbeitet.

Nach seinem Debüt bei den Bayreuther Festspielen dirigierte er u.a. bei den Salzburger Festspielen, dem Lincoln Center Festival New York, der Houston Grand Opera, der Hamburger und der Bayerischen Staatsoper – mit Regisseuren wie Harry Kupfer, Götz Friedrich, Achim Freyer, Peter Zadek, Robert Altmann, Juri Ljubimov, Olivier Tambosi, Robert Wilson und Ken Russell – während er derzeit hauptsächlich mit der Lyric Opera of Chicago, der Metropolitan Opera New York und der Opéra National de Paris zusammenarbeitet.


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