Theater

Den verfluchten Dreck schrieb ich in der Trunkenheit


Mit der Unreifephase eines der größten deutschsprachigen Klassiker, die diesen berühmt gemacht hat, befasst sich der Abend am TiK in einer Goethe-Revue fast ohne Musik.

"Den verfluchten Dreck schrieb ich in der Trunkenheit," sagte Goethe über sein Stück "Götter, Helden und Wieland," das völlig überraschend - und gegen des Autors Wunsch veröffentlicht - zu einem kleinen Hit seiner Zeit geworden war. Goethe ließ aber noch viel mehr in seinem "Geheimen Archiv" verschwinden, in dem alles landete, was er aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zur Veröffentlichung vorgesehen hatte.

Das TiK kümmert sich nun um manches aus den Jugendtagen, von denen wohl einiges sogar erstmals auf die Bühne gebracht wird.

Mit diesem Abend startet das TiK eine neue Reihe - "Classics in the basement" -, die sich in loser Reihenfolge mit den unterschiedlichsten Klassikern auseinandersetzt. Dabei wird wie immer im TiK das wenig bis gar nicht Aufgeführte untersucht und in neuen Varianten an die Öffentlichkeit gebracht.

Zum Einstieg also Goethe - mit Arbeiten aus einer Zeit seines Lebens, in der er überregional berühmt wurde. Dann war er - was wenigen bewusst ist - jahrelang hauptsächlich Politiker, bis nach seiner italienischen Reise die "Freundschaft" mit Schiller, eineinhalb Jahrzehnte später, wieder einen Dichter aus ihm machte. Da begann bald Goethes fünftes Lebensjahrzehnt und die sogenannte "Weimarer Klassik" griff Platz.

Bald hinterließ sie ihren unauslöschlichen Fußabdruck in der Kulturgeschichte. Bis herauf in die Gegenwart kennt man die hehren Klassiker - die waren auch einmal jung, hatten Schwung und wurden berühmt, gerade weil sie die Konventionen ihrer Zeit aufbrachen. Was wir heute von ihnen kennen entstammt großteils einer Phase ihres Lebens, in der sie zur "Reife" gekommen waren.

Mit: Katrin Ebner, Ute Walluschek-Wallfeld, Eva Weutz, Alfred Haidacher, Christian Krall, Alexander Kropsch, Bernd Sracnik

Redaktion: Alfred Haidacher

Realisierung: Alfred Haidacher, Bernd Sracnik und die Crew

Technik: Peter Spall


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