Theater

Demetrius oder Die Bluthochzeit zu Moskau & Zeit der Wirren


Schillers Dramenfragment handelt von der Geschichte des Demetrius, der sich als Sohn des verstorbenen Iwan des Schrecklichen ausgab. Der Glaube an seine Mission verleiht ihm Überzeugungskraft. Als er erfährt, dass seine angebliche Zarenherkunft auf einem Komplott beruht, erlischt ein Charisma.

Das Stück spielt in einer Zeit der rücksichtslos angemaßten Macht, die die legitime Herrschaft in Frage stellt und nur wechselnde Auf- und Absteiger in der Geschichte kennt. Demetrius ist Werkzeug der Ranküne und der Rache: In dem Drama um Selbstbetrug und Selbstbewusstsein zeigt Schiller den Schritt vom Nichts zum Throne; das Fragment ist ein brisantes Lehrstück über den Zusammenbruch traditioneller Machtverhältnisse, über die Ambivalenz charismatischer Herrschaft und eine Fallstudie zu Selbstbetrug und Selbstbewusstsein.

Auch in David Frühaufs Stück, einer motivischen Annäherung an den Stoff, geht es um die Konstruktion von Geschichte und Macht. Sein Text verknüpft die artifizielle Ebene der Sprache (der Politik, der Wirtschaft und anderer Diskurse) mit historischer Realität, spielt souverän mit Fakten und Fiktionen.

Regie: Steffen Jäger

Bühne: Sabine Freude

Kostüm: Aleksandra Kica

Licht: Gerhard Fischer

Video: Patrick K.-H.

Dramaturgie: Dorothée Bauerle-Willert

Ausstattungsassistenz: Lilli Löbl

Regieassistenz: Agnes Kitzler

Inspizienz: Eva Lorünser

Demetrius: Daniel Wagner

Sapieha/Komitglied 1: Tim Breyvogel

Odowalski/Komitglied 3: Eugen Knecht

Marina/Komitglied 2: Zeynep Buyrac

Marfa/Komintern: Laura Mitzkus

Mnischek/Komiteesleiter: Daniel Frantisek Kamen

König/Nonne/Vera: Helga Pedross


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