Jazz

Dee Dee Bridgewater & Madeleine Peyroux


Vielen ihrer Fans gilt Dee Dee Bridgewater als legitime Nachfolgerin von Ella Fitzgerald: ein Postulat, das die großartige Jazzsängerin zwar nicht an sich selber gestellt hat, aber mit Sicherheit bei jedem ihrer Konzerte unter Beweis stellt.

DEE DEE BRIDGEWATER
Der Ort, wo man ins Leben tritt, ist selbstverständlich ein Kraftort. Wenn man, wie Jazzsängerin Dee Dee Bridgewater, die 1950 als Denise Garrett zur Welt kam, eine Musikstadt wie Memphis zur Geburtsstadt hat, dann ist man ihr schon etwas schuldig. Auch wenn man dann letztlich in Flint, Michigan aufgewachsen ist. Memphis, das ist einerseits Elvis Presley, andererseits die große Soulbewegung, die die beiden Labels Stax und Hi in die Welt gebracht haben.

Bridgewater, die ihren Namen durch die Heirat mit dem Jazztrompeter Cecil Bridgewater erwarb, mit dem sie 1970 nach New York ging, hat in ihrem künstlerischen Leben die Genres so mutig gewechselt wie kaum jemand anderer. In der Thad-Jones-Mel-Lewis-Big-Band sang sie Jazz, wie auch bei Frank Foster und Carlos Garnett. Afrozentristisch wurde sie auf Mtumes „Rebirth Cycle“. Sie sang Fusion mit Roy Ayers, später sogar Rock. Mit „Afro Blue“ realisierte sie 1974 ein famoses Jazz-Solo-Album. Sogar Disco versuchte sie in den späten Siebzigern. Weltkarriere machte sie letztlich in den Neunzigerjahren mit traditionellen Jazzalben wie „Dear Ella“ sowie Hommagen an Duke Ellington und Horace Silver.

Auf ihrem neuen Album „Memphis“ erweist sie ihrer Geburtsstadt klingende Reverenz. Sie singt darauf Soulhymnen wie „I Can´t Stand The Rain“ von Ann Peebles und „Can´t Get Next To You“ von Al Green. Aber auch den beseelten Blues eines B.B. King und eines Bobby Blue Bland ehrt sie mit beseelten Lesarten von Klassikern wie „The Thrill Is Gone“ und „I´m Going Down Slow“. Diese so kraftvolle wie sensible Sängerin dürstet es einfach ständig nach Veränderung.


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