Oper

Das Tagebuch der Anne Frank


Es ist ein Wunder, dass ich nicht alle Erwartungen aufgegeben habe, denn sie scheinen absurd und unausführbar. Trotzdem halte ich an ihnen fest, trotz allem, weil ich noch immer an das Gute im Menschen glaube. (Anne Frank, Tagebucheintrag vom 15. Juli 1944)

Emotionale, leidenschaftliche aber auch beklemmende Musik steht im Mittelpunkt des Eröffnungskonzertes der Saison 2015/16: Igor Strawinskis Musik zu L’histoire du soldat ist nicht wesentlich mit dem Text verbunden, sondern vermag auch ohne ihn zu existieren. Den darin enthalten Jazzelementen haftet eine enorme Kraft an und gerade in den Instrumentalteilen bietet Strawinski dem Publikum eine Bandbreite an musikalischen Erwartungen, die er jedoch größtenteils unerfüllt lässt.

Sehr konkret hingegen gestaltet sich Grigori Frids zweiteilige Monooper Das Tagebuch der Anne Frank, der fast wortgetreu das berühmte Tagebuch zugrunde liegt. 21 kurze Bilder schildern Anne Franks Leben über den Zeitraum des Tagebuchs hinweg und bilden eine musikalisch-lyrische Erzählung. Frid – dessen Zentenarium heuer im September begangen wird – fühlt sich musikalisch in die Seele Franks hinein und lässt Verzweiflung, Angst und Verfolgung ebenso erklingen wie die flüchtigen Hoffnungsschimmer.

Igor Strawinski (1882-1971)
Suite L’HISTOIRE DU SOLDAT (1918)

Grigori Frid (1915-2012)
DAS TAGEBUCH DER ANNE FRANK
Monooper in vier Szenen für Sopran und Kammerensemble (1969/1999)
Libretto von Grigori Frid nach dem Tagebuch der Anne Frank, deutsche Adaption: Ulrike Patow

Besetzung:

Leonore - Juliane Banse
Szenische Einrichtung - Reto Nickler
Orchester - Wiener Virtuosen


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