Fotografie Ausstellung · Ausstellung: Wissen

Das sichtbare Unfassbare – Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen


Die Stadtgemeinde Amstetten lädt Sie und Ihre Freunde zur Eröffnung der internationalen Ausstellung »Das sichtbare Unfassbare« - Fotografien vom Konzentrationslager Mauthausen

Begrüßung: Vzbgm. Abg.z.NR Ulrike Königsberger-Ludwig
Zur Ausstellung: AL DDr. Barbara Glück, BMI/Gedenkstätte Mauthausen
Eröffnung: Bürgermeisterin Ursula Puchebner
Musik: Klezmer-Ensemble

Die Ausstellung zeigt rund 450 Fotografien vom nationalsozialistischen KZ Mauthausen und seinen Außenlagern. Sie dokumentieren diverse Aspekte des KZ-Systems, die Befreiung und die erste Zeit danach. Eine Vielzahl dieser visuellen Zeugnisse war bislang nicht für die breite Öffentlichkeit erschlossen, was vielfach damit zusammenhängt, dass die Aufnahmen nach Kriegsende über die ganze Welt verstreut wurden. Nun wurde erstmals umfangreiches Fotomaterial, größtenteils Originalnegative und -abzüge aus Frankreich, Österreich, Spanien, Tschechien und den USA, zusammengetragen.
Bis zur Befreiung war es ausschließlich die SS, die zahlreiche Aufnahmen von den Lagern anfertigen ließ. Manche Fotos des offiziellen fotografischen Dienstes in Mauthausen (Erkennungsdienst) zeichnen ein trügerisch sauberes Bild vom KZ und erfordern eine kritische Auseinandersetzung. Andere dokumentieren offen Demütigungen, Hunger und Tod der Häftlinge oder zeugen vom Rassismus der SS. Als das Ende der NS-Herrschaft absehbar war, versuchte die SS kurz vor ihrer Flucht, kompromittierende Fotografien systematisch zu vernichten. Einer Gruppe von Häftlingen war es dennoch in gewagten Aktionen gelungen, Hunderte von Negativen unter Einsatz ihres Lebens zu retten.
Die Befreiung im Mai 1945 stellte eine Zäsur in der fotografischen Dokumentation dar: Verschiedenste Fotografen, darunter befreite Häftlinge, Journalisten und amerikanische Soldaten, lieferten ungeschönte Bilder von den Schrecken der Lager. Die Fotografien sollten der Welt die Konsequenzen der NS-Ideologie vor Augen führen und gleichzeitig die Verbrechen in den KZs beweisen. Sie dokumentieren aber auch den Willen der Überlebenden, sich schrittweise die geraubte Individualität zurückzuerobern.


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