Theater

Das Scheißleben meines Vaters ...


Die Autobiografie Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend von Andreas Altmann war Vorlage für den Text von Oliver Kluck.

Er selbst nennt den Text in seinem Vorwort einen Versuch und merkt an, dass es sich bei diesem Versuch weder um ein Stück, noch um eine Bearbeitung handelt, sondern ausschließlich um eine Betrachtung.
Eine Geschichte aus der beschaulichen Provinz, voller Misshandlungen, Demütigungen, rabiater Pfarrer und verkappter Nazis. Andreas Altmann erzählt aus seiner Kindheit und Jugend und davon, wie am Ende aus einem hilflosen Opfer ein freier Mensch wird.

»Ich bin bereit, alles Schlechte über meinen Vater zu bezeugen. Ich werde auf den nächsten hundert Seiten, sollte das reichen, seine Schandtaten ausbreiten und vor keiner Missetat haltmachen. Dabei nicht den Satz von Georges Simenon vergessen: ›Ich bin als Schriftsteller nicht hier, um zu urteilen, sondern zu verstehen.‹ Das ist ein leidlich intelligenter Spruch.

Schon wahr: Hinter den Schandtaten liegen die Gründe der Schande. ›The story behind the story.‹ Ich gehe davon aus, dass ich – wie alle Schreiber vor mir – nicht ausreichend erklären kann, warum ein anderer so oder so geworden ist. Ein Teil Rätsel und Unbegreiflichkeit bleibt immer … Klar, urteilen werde ich auch, selbstverständlich. Ich wurde immerhin Vaters bevorzugtester Prügelknabe, ich habe ein Recht auf meinen Hass.« (Andreas Altmann)

Mit neunzehn floh Altmann (geboren 1949) aus seinem Elternhaus. Er arbeitete unter anderem als Privatchauffeur, Anlageberater, Buchclubvertreter, Parkwächter und Schauspieler, bevor er das fand, was er wirklich machen wollte: reisen und schreiben. Heute zählt er zu den bekanntesten deutschen Reiseautoren und wurde u. a. mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis und dem Seume-Literaturpreis ausgezeichnet. Altmann lebt in Paris.

Oliver Kluck, geboren 1980 auf Rügen, Nordostdeutschland, aufgewachsen in Stralsund. Empfehlung für die Hauptschule, Lehrausbildung, Facharbeiterbrief, erstes Studium, zweites Studium. Ab 2009 tätig als freier Schriftsteller, seitdem diverse Auftragswerke, Nachspiele, Übersetzungen und Auszeichnungen.

Regie Christina Rast
Bühne & Kostüme Fatima Sonntag
Dramaturgie Britta Kampert


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