Kunstausstellung

Das Prinzip Collage


In Adolf Frohners Schaffen spielte die Kombination der Medien eine zentrale Rolle. Obwohl er mit seinem Werk vorwiegend als Maler und Zeichner international rezipiert wurde, zeigt sich heute, dass der Dialog von Zeichnung, Malerei, Plastik und Fotografie mittels Collage und die Integration faktischer Werkstücke seine Bedeutung maßgeblich bestimmte.

Die Ausstellung nimmt sein Werk zum Anlass, dem Prinzip Collage in zeitgleichen österreichischen Positionen zu folgen und spürt der Methode nach, die im Sampling eine aktuelle Formulierung findet.

In den sechziger Jahren erlebte das papier collé – Erfindung von Kubismus, Surrealismus und Dadaismus der 1920er-Jahren – im Kontext von Pop- Art und Fluxus international eine Wiederbelebung. Die zweidimensionale Ausweitung der Darstellung durch das Aufkleben

„collé“ wurde zum combined painting und zur Objektcollage erweitert, das Gefundene als direkte Aneignung von Wirklichkeit zum Objekt transformiert. Parallel dazu entstand im Kontext der konkreten Kunst der Versuch, das Subjektive mittels Objektivierung der Bildmittel zu verweigern.

Künstler wie Adolf Frohner, Padhi Frieberger, Otto Muehl, Hermann Nitsch, Hermann Painitz u.a. reflektierten diese Verfahrensweise und entwickelten abseits des Illusionistischen neue Möglichkeiten der Interpretation des Wirklichen.

Beispiele dafür sind das Objekt Hier wohnt Max Ernst aus dem Jahr 1964 von Adolf Frohner, bei dem er Schrift, Bild und Gefundenes verbindet und seine Auseinandersetzung mit der Geschichte der Collage sichtbar wird, sowie Padhi Friebergers combined painting Für mich gemacht aus dem Jahr 1970, bei dem Frieberger Autobiografisches einbringt.


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