Kunstausstellung

Das Neueste Weltgerichtstriptychon


Die Künstler_innen Alice Creischer & Andreas Siekmann, Maruša Sagadin und Ina Wudtke interpretieren das Triptychon für die Gegenwart noch einmal neu und stellen die drei Tafeln in je einem Raum von xhibit dreidimensional dar.

Das Weltgerichtstriptychon von Hieronymus Bosch ist eines der bekanntesten Stücke der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste Wien. Es wurde um 1500 gemalt, in einer Zeit des radikalen Umbruches, wo die alten feudalen Strukturen erschüttert wurden und die moderne Welt und sein kapitalistisches System entstanden. Die Künstler_innen Alice Creischer & Andreas Siekmann, Maruša Sagadin und Ina Wudtke interpretieren das Triptychon für die Gegenwart noch einmal neu und stellen die drei Tafeln in je einem Raum von xhibit dreidimensional dar. Die beiden Außentafeln in Grisaille werden von Herman Asselberghs und Dieter Lesage in zwei Zwischenräumen präsentiert.

Im Neuesten Weltgerichtstriptychon stehen die Stadt und die Welt erneut vor Gericht. Anders als bei Bosch wird die Topografie des Neuesten Weltgerichtstriptychons eine radikal säkulare sein. Die räumlichen Koordinaten der zeitgenössischen Kosmopolit_innen, die durch die Auseinandersetzung mit dem Neuesten Weltgerichtstriptychon zu Sinnen kommen sollen, sind nicht länger die Schöpfung, der Himmel und die Hölle, sondern die Stadt, der Staat und das "Empire" gemäß Negri/Hardt.

Das Neueste Weltgerichtstriptychon wird unterschiedliche Formen der Sanierung in Stadt, Staat und "Empire" vorstellen und hinterfragen. Dabei wird die These untersucht, ob ökologische und/oder wirtschaftliche Sanierungen nicht oft nur ein Vorwand sind, um unbequeme Individuen und Gruppen vertreiben zu können. Ist denn die Vertreibung das Schicksal der "Multitude"? Antigentrifizierungsgegner_innen besetzen Häuser, die Occupy-Bewegung besetzt Plätze und Parks, aber das letzte Bild, das uns bleibt, ist das Bild ihrer Vertreibung. Muss es so sein? Worauf dürfen wir hoffen? Wie könnte eine gerechtere Welt entstehen, wenn wir den Glauben an einen Tag des Jüngsten Gerichts verloren haben? Welcher Tag, welche Tage wollen wir als Tage der Gerechtigkeit feiern, auch wenn wir nicht länger an ultimative Gerechtigkeit glauben?

Öffnungszeiten: Di–So / 10.00–18.00 h / Eintritt frei
geöffnet 21.04.2014 (Ostermontag) sowie 01.05.2014 (Staatsfeiertag) / 10.00–18.00 h


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