Theater

Das letzte Band


Manfred Lukas-Luderer inszeniert „Das letzte Band“, jenes meisterhaft auf den blanken Existenzialismus reduzierte Monodrama, mit dem Beckett 1958 moderne Theatergeschichte geschrieben hat.

Lukas-Luderer spielt auch gleich den Solopart des tragikomisch neurotischen Einzelgängers Krapp, die exemplarische Personifikation eines gescheiterten, leeren, sich nur mehr in Erinnerungsritualen auf bis ins Absurde zugespitzte Weise erschöpfenden Lebens.

Ebenfalls in der Inszenierung von Manfred Lukas-Luderer wird danach Isabella Wolf als die Namenlose mit Handkes Echo-Monolog „Bis daß der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts“ eine gleichermaßen poetische wie fulminante, sehr weibliche Widerrede auf Becketts glaub-, liebe- und hoffnungslosen Krapp halten.

„Man lebt zweimal“, sagt Balzac, der mit Proust und Joyce zu Samuel Becketts großen Vorbildern gehörte, „das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung“. Nach diesem Motto fristet Becketts Bühnen-Alter Ego, der als Dichter gescheiterte und zum heillosen Trinker einsam vergreiste Krapp seine naiv-zwangsneurotische, in ihrer Degeneriertheit nur mehr lächerlich wirkende Existenz unausweichlich ihrem Ende entgegen. Dieser tragikomische alte Zausel haust in einer spartanischen Bude, mampft Bananen und exerziert mit der makabren Clownerie eines chronisch angeheiterten Untoten sein alljährliches Geburtstagsritual.



Peter Handke erklärt den Monolog der Namenlosen schlichtweg zum Echo auf Becketts „Letztes Band“:



Man darf sich aber überraschen lassen, wie emotionsgeladen, wie energie- und espritvoll, wie zitat- und anspielungsreich dieses Echo aus den weit verzweigten Koordinaten eines klassisch weiblichen Referenzsystems widerzuhallen vermag!

Warme, regenfeste Kleidung und festes Schuhwerk sind zu empfehlen.


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