Theater

Das Leben des Galilei


Erdrückende Erkenntnis durch das Fernrohr
Galileis Fernrohr offenbart, was Kopernikus schon 100 Jahre vorher dachte: Die Erde ist nicht Zentrum des Universums, sondern ein Stern unter vielen. Nicht die Sonne dreht sich um den vermeintlichen Fixpunkt Erde, sondern die Erde um die Sonne.

„Unser Zusammenleben als Menschen ist in einem ganz neuen Umfang von den Wissenschaften bestimmt“, kommentierte Brecht sein Drama „Leben des Galilei“ – und beschäftigte sich über viele Jahre hinweg mit einer der zentralen Fragen des zu Ende gehenden 20. Jahrhunderts. Einerseits formuliert er in „Leben des Galilei“ das Recht auf unabhängige Forschungsarbeit der Naturwissenschaften und warnt vor deren Instrumentalisierung durch tagespolitische Ereignisse. Andererseits zeigt er auf, wie man anhand wissenschaftlicher Untersuchungen zu Wahrheiten gelangen kann.

In 15 Bildern beschreibt Brecht das Leben von Galileo Galilei von dem Moment an, an dem er Padua verlässt, um in Florenz seine Forschungsarbeit voranzutreiben. Dort wird ihm zwar von oberster Stelle die Richtigkeit seiner Überlegungen bestätigt, im selben Atemzug aber die Verbreitung der kopernikanischen Lehre aufs Strengste verboten.

Öffentlich schweigt er, privat hält er an seiner These fest und schöpft Hoffnung, als sein Gönner, der Kardinal Barberini, neuer Papst werden soll. Doch wieder stößt Galilei in Rom auf Ablehnung. Man droht ihm so lange, bis er zu seiner eigenen Lehre auf Abstand geht. Freunde und Wegbegleiter sind empört.

Von der Inquisition unter Hausarrest gestellt, fristet Galilei sein Leben auf dem Land – ständig überwacht von seiner Tochter und einem Mönch. Seinem ehemaligen Schüler Andrea jedoch gelingt es, die unveröffentlichten „Discorsi“-Manuskripte außer Landes zu schmuggeln und zu verbreiten.

Galileo Galilei wurde am 15. Februar 1564 in Pisa geboren. Was liegt näher, als 2014, im Jahr seines 450. Geburtstages, eine Inszenierung von Bertolt Brechts genialem Werk aus den renommiertesten deutschsprachigen Theatern nach Villach zu holen. Diese Inszenierung entstand in einer Koproduktion der beiden Staatstheater Dresden und Stuttgart.

Einführung zum Sprechtheaterabend
18.30 Uhr, Galerie Draublick

Staatstheater Stuttgart und Staatstheater Dresden
Drama von Bertolt Brecht
Musik von Hanns Eisler


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