Kunstausstellung · Ausstellung: Wissen

Das Jahr 1968 - Abgrenzen: Prager Frühling und „Normalisierung"


Als Prager Frühling (Pražské jaro) wird die politische Entwicklung in der Tschechoslowakei im Jahr 1968 bezeichnet, bei der die kommunistische Partei (KPČ) unter der Leitung von Alexander Dubček ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm durchsetzen wollte. Der Prager Frühling ist einerseits der Versuch, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu etablieren, andererseits wird diese Bezeichnung auch mit der Niederschlagung dieser Reformbemühungen am 21. August 1968 durch den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in Verbindung gebracht.

Die wenigen Monate dieser liberalen Zeit nutzten viele Österreicher, um wieder einmal das Nachbarland zu besuchen, viele Tschechen verbrachten seit langem wieder einmal einen Urlaub in der westlichen Welt. In der Folge kamen rund 162.000 Flüchtlinge nach Österreich, von denen aber nur ca. 12.000 auch um Asyl ansuchten und in Österreich blieben. Der weitaus größere Teil reiste in andere westliche Länder weiter oder kehrte in ihre Heimat zurück. Auf Grund dieser Ereignisse wurden die Grenzbefestigungen weiter verstärkt und ausgebaut. Der Grenzverkehr reduzierte sich wieder auf reinen Wirtschaftsverkehr, der Tourismus sank wieder in die Bedeutungslosigkeit.


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