Oper · Theater

Das Bildnis der Manon/ Die schöne Galathée


"Das Bildnis der Manon" - Oper von Jules Massenet und "Die schöne Galathée" von Franz von Suppé

Das Bildnis der Manon - Oper von Jules Massenet
österreichische und deutschsprachige Erstaufführungsproduktion

Regie: Ulla Pilz
Aurore: Iza Kopec
Tiberge: Martin Mairinger
Jean: Armin Gramer
Des Grieux: Johannes Hanel
Musikalische Leitung: Nana Masutani

Die Oper „Manon“ von Jules Massenet ist wohl jedem Opernfreund ein Begriff. Kaum jemand weiß aber, dass sich Massenet zehn Jahre nach seiner berühmten „Manon“ noch einmal mit diesem Themenkreis befasst und den zauberhaften Einakter „Le Portrait de Manon“ komponiert hat.
Es handelt sich hier nicht nur um eine Fortsetzung der Geschichte in intimerem Rahmen, Massenet spielt auch mit musikalischen und dramaturgischen Reminiszenzen an seine berühmte Oper, und so entsteht eine sehr spezielle Mischung aus Drama, Leichtigkeit und Witz.
Und Massenet, der Meister der „Grand Opéra“, beweist seine Qualitäten auch auf kleinem Raum ganz wunderbar, etwa seine Gabe, hinreißende Melodien zu erfinden oder den zarten, spätromantischen Charme seiner Harmonien.
In ihrer Zeit erfreute sich diese Kammeroper deshalb großer Beliebtheit, heute ist sie fast vergessen.
Nun möchten wir sie aus der Versenkung heben.
Und obwohl der Operneinakter 120 Jahre alt ist, dürfen wir die Sensation einer gleich doppelten Erstaufführung präsentieren:
Erstens wurde das Werk in Österreich noch nie gespielt und zweitens ist es in der Übersetzung unserer Regisseurin (und um zwei kurze Einlagen aus dem berühmten Schwesternwerk ergänzt) überhaupt erstmals in deutscher Sprache zu erleben, und zwar unter dem Titel „Das Bildnis der Manon“.

Der Inhalt

Die einzige Figur, die ein direktes Bindeglied zur Oper „Manon“ darstellt, ist der Chevalier Des Grieux. Viele Jahre sind seit dem Tod seiner Geliebten vergangen, aber Des Grieux trauert immer noch um sie; er ist ein einsamer und bitterer Mann geworden.
Der einzige Lichtblick ist für ihn sein Mündel Jean. Seit dieser zu einem jungen Mann heranwächst, versucht Des Grieux, ihn von der Liebe fernzuhalten, um ihn vor seinem eigenen Schicksal zu bewahren.
Aber es kommt, wie es kommen muss: Jean verliebt sich in Aurore, das Mündel von Des Grieux´ altem Freund Tiberge. Und Aurore ist nicht nur völlig mittellos, sie hat auch noch eine unglaubliche Ähnlichkeit mit Manon...
Was bleibt also den jungen Liebenden und Tiberge, der auf ihrer Seite steht, anderes übrig, als Des Grieux zu überlisten, um zueinander zu kommen?

...und was dahinter steckt

Bei aller Liebe sind Generationskonflikte vorprogrammiert, wenn die Alten nicht wahrhaben wollen, dass die Kinder erwachsen werden und dass „das Beste“, das sie für sie wollen, genau das Verkehrte ist...

Aber abgesehen davon, was können uns diese Opernfiguren heute noch erzählen?

Eine zugleich so bezaubernde, witzige und unschuldige Liebesgeschichte wie die von Aurore und Jean jedenfalls wird man lange und vielleicht sogar vergeblich suchen.
Aber holt nicht auch heute noch jede Verliebtheit die liebenswürdigsten und zugleich ungeschicktesten Seiten in uns allen hervor?

Der immer gut gelaunte Tiberge ist ein Lebenskünstler, der es nie wirklich „zu etwas gebracht“ hat. Einer, den man nicht ernst nimmt, der mittelmäßige Gedichte schreibt und schlechte Witze erzählt. Aber andererseits ist er derjenige, der immer für die anderen da ist, ein Schutzengel in der Verkleidung des peinlichen Onkels.

Männern wie Des Grieux sind wir sicher alle schon begegnet: missmutig, cholerisch und ewig nörgelnd. Aber hier wird uns schon bald ein Blick hinter die Fassade gegönnt, und wir erkennen einen Menschen, der mit einer tiefen Wunde durchs Leben geht.

Und so kann die leichtfüßige Opernhandlung zu einem liebevollen Plädoyer werden, einem Plädoyer für den zweiten Blick: Dafür, genauer hinzuschauen, bevor man jemanden verurteilt.
Wie schreibt der schottische Schriftsteller und Massenet-Zeitgenosse Ian MacLaren:
„Everyone you meet is fighting a battle you know nothing about. Be kind. Always.“

Die schöne Galathée - Operette von Franz von Suppé
150 jähriges Jubiläum der Uraufführung
120. Todestag des Komponisten

Regie: Ulla Pilz
Galathée: Iza Kopec
Ganymed: Armin Gramer
Pygmalion: Martin Mairinger
Mydas: Johannes Hanel
Musikalische Leitung: Nana Masutani
Skulpturen: Barbara Szüts

Im Jahr 2015 jährt sich der Todestag von Franz von Suppé zum 120ten mal und seine Operette „Die schöne Galathée“ wurde vor genau 150 Jahren uraufgeführt.

Der Bildhauer Pygmalion hat eine perfekte weibliche Schönheit aus Stein gemeißelt und sich so sehr in die Steinerne verliebt, dass diese zum Leben erwacht. Aber nicht nur er ist von ihr hingerissen, sondern auch sein Diener Ganymed und der reiche Mäzen Mydas. Kaum am Leben, steht die schöne Galathée also schon zwischen drei Männern...
Um die ebenso anspruchsvolle wie mitreißende Musik zum Leben zu erwecken, steht für die Aufführungen ein hochkarätiges junges Sängerensemble unter der musikalischen Leitung der Pianistin Nana Masutani zur Verfügung: die Sopranistin Iza Kopec als Galathée, der Tenor Martin Mairinger als Pygmalion, der Bariton Johannes Hanel als Mydas, sowie der international gefragte Countertenor Armin Gramer als Ganymed.
In der Inszenierung von Ulla Pilz, bekannt aus Radio (Ö1), Fernsehen und unzähligen Musiktheaterproduktionen, wird der Diener allerdings zum Praktikanten und der Mäzen zum Banker. Allfällige Ähnlichkeiten mit realen Personen sind hier durchaus erwünscht und beabsichtigt, lassen Sie sich überraschen!

Große Freude bereitet uns die Zusammenarbeit mit einer wunderbaren Künstlerin. Passend zur Handlung im Stück werden Skulpturen der Bildhauerin Barbara Szüts zu bewundern sein, und zwar als wesentlicher Bestandteil des Bühnenbilds.


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