Theater

Dantons Tod


Vor dem Hintergrund der Französischen Revolution beschreibt der damals erst 21-jährige Georg Büchner, wie Gewalt als Mittel der Politik unweigerlich sämtliche Ideale korrumpiert. „Dantons Tod“ zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, wie machtlos der Einzelne dem Lauf der Geschichte gegenübersteht: „Wir haben nicht die Revolution, sondern die Revolution hat uns gemacht.“

Paris im Frühjahr 1794. Fünf Jahre sind vergangen seit dem glorreichen Sturm auf die Bastille. Fünf Jahre Krieg gegen Adel und Royalisten, gegen den inneren und äußeren Feind. Die politischen und sozialen Umwälzungen der französischen Revolution haben ganz Europa erschüttert und die Welt unumkehrbar verändert. Doch die Ideale des Aufbruchs drohen, sich nun in ihr Gegenteil zu verkehren: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – davon ist keine Rede mehr. Unversöhnlich stehen sich die unterschiedlichen Fraktione gegenüber, zerfleischen sich im Richtungsstreit. Aus politisch Andersdenkenden werden im Handumdrehen „Feinde der Revolution“. Es herrscht der Schrecken in den Straßen von Paris, und die Guillotine steht nicht still.

Danton, einst gefeierter Held des Kampfes, hat genug vom Töten. Er zweifelt an einer „Tugend, die durch den Schrecken herrschen soll“. Zuviel Blut ist geflossen, zu viele unschuldige Tote belasten sein Gewissen. „Die Revolution muss aufhören und die Republik muss anfangen“, fordert er und stellt sich gegen Robespierre, den Ideologen des Terrors. Doch für Robespierre ist „der Schrecken die Waffe der Republik.“ Nur zu genau weiß der kühle Machtpolitiker, dass der Blutdurst des Volkes noch lange nicht gestillt ist und klagt Danton des Hochverrats an.

„Wir sind das Volk, und wir wollen, dass kein Gesetz sei; ergo ist dieser Wille das Gesetz, ergo im Namen des Gesetzes gibt's kein Gesetz mehr, ergo totgeschlagen!“

Georg Büchner
Regie: Maya Fanke


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