Vortrag

Daniel Müller - Massenverfolgungen in Kaukasien in der Stalinzeit, 1929-53


Massenverfolgungen in Kaukasien in der Stalinzeit,
1929-53
Dr. Daniel Müller,
Historiker, Universität Siegen
1929 war der Georgier Iosif Džugašvili, Beiname „Stalin“ (Mann aus Stahl), Alleinherrscher der Sowjetunion.
Für seine Machtpolitik benötigte er Rüstungsindustrie. Zur Kapitalakkumulation wurden die Bauern zu
unbezahlten Zwangsarbeitern. Millionen verhungerten, weil ihr Getreide exportiert wurde, um von den Devisen
Maschinenimporte zu bezahlen. Widerstand gegen die „Kollektivierung der Landwirtschaft“ (1929-33) wurde
militärisch niedergeschlagen, Millionen wurden in entlegene Regionen deportiert. Der Massenmord erreichte
1937/38 im „Großen Terror“, bei dem hunderttausende tatsächlicher und vermeintlicher Gegner durch
Genickschuss hingerichtet wurden, seinen Höhepunkt. 1940-52 folgte die Deportation von missliebigen
ethnischen Minderheiten in entlegene Gebiete; wieder starben Zehntausende. Der Vortrag stellt die
Massenverfolgungen in Kaukasien (Nordkaukasus, Georgien, Aserbaidschan, Armenien) im Zusammenhang dar.
Daniel Müller
hat in Dortmund und Bochum Journalistik, Geschichte und Orientalistik studiert und 2005 mit
einer Arbeit über „Sowjetische Nationalitätenpolitik in Transkaukasien 1920-1953“ bei Prof. Dr. Bernd
Bonwetsch promoviert. Er ist seit 2016 Leiter des House of Young Talents zur Förderung des wissenschaftlichen
Nachwuchses an der Universität Siegen.


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