Vortrag

.daneben: à propos...


René Girard spricht mit Wolfgang Palaver über „mimetisches Begehren“, Apokalypse und die Unterscheidung der Religion in rituelle Praxis und Glaubenssätze. Ein Gespräch über die bewegenden Themen unserer Zeit: aktuell, geistreich und anregend. Gleichzeitig eine Einführung in die Gedankenwelt eines der wichtigsten Denker der Gegenwart.

Bewaffnete Konflikte, Umweltkatastrophen, Terrorismus und Krieg gegen den Terror: Was uns als stets neuer Ausbruch von Gewalt erschaudern lässt, ist für René Girard Ausdruck eines planetarischen Gesetzes der entfesselten Gewalt, das unsere Zivilisation an die Schwelle zur wirklichen Apokalypse rückt. Der Krieg ist nicht mehr die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, die Mittel haben sich verselbstständigt zur Fortsetzung des Krieges ins Unendliche, attestiert Girard in Fortführung des preußischen Militärhistorikers Carl von Clausewitz. Girard begibt sich in diesem Gesprächsbuch mit Benoît Chantre auf eine historische Exkursion durch die deutsch-französischen Beziehungen, debattiert über die Rolle der Kirche und des Papstes, die Ursachen des globalen Terrorismus und spricht eine eindringliche Warnung aus: Ein Ende Europas, der abendländischen, ja der ganzen Welt ist möglich. Diese Möglichkeit steht heute sehr real vor uns.

René Girard, 1923 in Avignon geboren, lebt seit 1947 in den USA und lehrte dort an verschiedenen Universitäten, zuletzt als Professor für französische Sprache, Literatur und Kultur an der Stanford Universität.

Buch: Gewalt und Religion

Deutlicher als in manchen älteren Schriften konturiert sich ein Aspekt, der im Titel in Frageform pointiert - vielleicht überpointiert - formuliert ist: Gewalt und Religion - Ursache oder Wirkung? Girards Antwort: Die Gewalt, für die wir gerne die Religion verantwortlich machen, ist tatsächlich unsere eigene. Neue Zürcher Zeitung, 22. Januar 2011

Eintritt frei

René Girard: Im Angesicht der Apokalypse. Clausewitz zu Ende denken. [Achever Clausewitz. Carnets Nord 2007] Matthes & Seitz Berlin 2014

In Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck


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