Tanz · Theater

Dada Masilo - Giselle


Was passiert, wenn mythologische Gestalten von ihrem ursprünglichen in einen anderen Kulturkreis übersiedeln, zeigt die gefeierte Südafrikanerin Dada Masilo in ihrer leidenschaftlichen Interpretation des romantischen Balletts Giselle.

Der Klassiker aus Frankreich (von Jean Coralli und Jules Perrot, uraufgeführt 1841 in Paris), dessen Traditionsfassungen sich auf Marius Petipas choreografische Variation von 1887 berufen, wird bis heute immer wieder neu gedeutet: beispielsweise von Mats Ek, dem Dance Theater of Harlem oder Boris Eifman. Doch Dada Masilo macht den radikalsten Schritt. Sie spiegelt die slawischen Mythenfiguren der Wilas auf die Spiritualität des ländlichen Südafrika: Die Wilakönigin Myrtha wird zur Sangoma, einer Heilerin, und ihr Jungfernvölkchen ist bei Masilo eine gemischtgeschlechtliche Gruppe von Ahnengeistern, die Giselle aufrufen, sich ihnen anzuschließen. Für Masilos feurig düstere Tänze hat der südafrikanische Komponist Philip Miller Adolphe Adams Originalmusik mit afrikanischen Sounds angereichert.

Österreichische Erstaufführung
Dauer: 90 min inkl. 15 min Pause


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