Pop / Rock

Cyndi Lauper/ Meena Cryle & The Chris Fillmore Band


Würdevoll durchmisst die 57jährige mit rauer Stimme erhabene Klassiker von Bluesheroen wie Albert King und Robert Johnson. Besonders innig gerieten das von einer seufzenden Orgel angetriebene „Romance In The Dark“ und Don Robeys wild groovendes „Don ´t Cry No More“, das einst Bobby Blue Bland auf die zerschlissene Landkarte des Blues gebracht hat.

Cyndi Lauper ist der Inbegriff des ewigen, schlimmen Mädchens. Ihr Markenzeichen ist diese scharf in die Gehörgänge fräsende Pieps-Stimme, die ihre lakritzsüßen Pop-Songs so schmackhaft macht.

Dass ausgerechnet, dieses so ausdauernd mit dem Kindchenschema tändelnde, ältere Mädchen – immerhin schon 62 Jahre alt – zuletzt auf den Blues gekommen ist, war nicht für jeden nachvollziehen. Wer dem Album „Memphis Blues“ vorurteilsfrei lauschte, wurde aber reichlich belohnt.

Das wilde Gör interpretierte mit viel Gusto zwölf Kleinodien aus den düstereren Regionen des Seins. Beim Jazz Fest Wien 2011 präsentierte sie dieses wunderbare Werk mit dem Gitarristen Michael Toles und Orgler Archie Turner, zwei Granden des Memphis-Soul. Das gewann ihr Authentizität.

Natürlich ließ Laupers Blues nicht ganz vom Showbiz-Glanz. Da flossen die Tränen in viel Flitter und noch mehr Mascara. Nichtsdestoweniger waren die Gefühle dahinter real. In Liedern wie „Romance In The Dark“ und „Don´t Cry No More“ zeigte Lauper sublimste Melancholie. Instrumental gesehen machte man ganz auf Willie-Mitchell-Schule: simmernde Hammondorgel, delikate Gitarrenlicks, weltumarmende Bläser.

Selbstverständlich vergaß Lauper auch nicht ihre Popklassiker „Girls Just Want To Have Fun“, „She Bop“, „True Colors“ und „Time After Time“, das einst sogar Miles Davis coverte, ausgiebig zu herzen. Seit diesem letzten Auftritt in Wien hat sich einiges in ihrem künstlerischen Leben getan.

2013 komponierte sie die Musik für das Broadway-Musical „Kinky Boots“, für das sie sowohl den Grammy wie den Tony Award gewann. Derzeit bereitet sie ein Country-Album mit Tony Brown und Seymour Stein als Produzenten vor. Wahnsinn, was aus der einstigen Schulabbrecherin aus Queens wurde. Immer noch ist Cyndi Lauper die Ikone aller Mädels mit rebellischen Neigungen.


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