Kunstausstellung

curated by_Veit Loers Retro Store


Today und Tomorrow führen immer wieder ins Yesterday, vor allem in Wien. Neïl Beloufas Verwendung von Objekten und Installationen ist eine Besitznahme von vorhandenen Strukturen meist in die kapitalistische und imperialistische Wertewelt hinein.

John M Armleder (* 1948, l. in Genf und New York), Neïl Beloufa (* 1985, l. in Paris), Carmen Brucic (* 1972, l. in Tirol und Wien), FORT (Jenny Kropp 1978, l. in Berlin, Alberta Niemann *1982, l. in Berlin), Maria Grengg (1889-1963, Wien), Michael Kienzer (1962, l. in Wien), Rudolf Polanszky (1951, l. in Wien), Anne Speier (1977, l. in Wien), Franz West (1947-2012, Wien), Alexander Wolf (*1975, l. in Wien)

Today und Tomorrow führen immer wieder ins Yesterday, vor allem in Wien. Neïl Beloufas Verwendung von Objekten und Installationen ist eine Besitznahme von vorhandenen Strukturen meist in die kapitalistische und imperialistische Wertewelt hinein. We are safe now heißt die Installation. Beloufas Raumteiler und tektonischen Elemente scheinen aus einer Gegenwelt zu stammen, es sind die Versatzstücke einer Science-Fiction-World, in der Gesundheit und Weltbeherrschung analog gesetzt werden.
Diesem Szenario antwortet Franz West mit Unikaten und Multiples des Wohlstandes, des Genusses und einem grotesken Simulacrum seiner Artefakte. Essen und Trinken sind sozusagen die Prolegomena geistiger Tätigkeiten, die sich zum Diskurs anmelden. Handlungsanweisungen und Bilder stellen das generelle Missverständnis von Sprache und Bild dar. Anne Speier wartet mit Collagen auf, in denen Diskussion untereinander eine gesellschaftliche Rangordnung absteckt.
Alexander Wolf (Wien) wartet mit einer kritischen Hommage an Maria Grengg auf. Die österreichische Bilderbuchillustratorin, die ihre heile Welt in den Dienst des Führers stellte, inspiriert Wolf zu wunderlichen künstlerischen Arbeiten. Carmen Brucic zeigt mit ihren abgründigen Fotos der Lehrsammlung des Josephinums, wie Aufklärung und Dekadenz, Chirurgie und Erotik ganz nahe beieinander liegen. John M Armleder, Michael Kienzer, die Gruppe FORT und Rudolf Polanszky verstärken den Dunst der historischen Nebel. Eine verquere Geschichte leuchtet auf und wird in den Dienst des Kapitals gestellt. In der Ansammlung von Artefakten (Objekten) und Bildern öffnet sich ein Horizont für das Auftauchen von Geschichte an einem Ort heutigen Konsums zu einem fröhlich-makabren Reigen. Seine romantischen und humoristischen Einfälle verkehren sich schnell zu Menetekeln, die in die Welt von morgen hineinragen. Veit Loers

Veit Loers (*1942) ist seit 2003 als freier Autor und Kurator im deutschsprachigen Raum aktiv und lebt und arbeitet in Veneto, Italien.


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