Tanz

(Counter)Tropical


Umgeben von musikalischen Interventionen der Teilnehmer_innen und einer Baile Funk Demonstration sowie einer Form burlesker Intervention („burla“) von Miss G. feiern wir am Freitag in die Nacht den Temperaturen und ihren Tropen entgegen.

Traurige Tropen - die als Exotizismus stattfindende Projektion des Paradieses auf ferne Regionen erstreckt sich gemeinhin auf die Menschen, die (vermeintlich) aus diesen kommen, und ihre Körper. Ein (aktuelles) Bild, aus dem schwer auszubrechen ist. Welche Strategien entwickeln diasporische Gemeinschaften ihrerseits v.a. wenn es darum geht komplexe und vielschichtige Identitäten und Herkünfte als bewegliche und sich stets neu erfindende singuläre Hybride zu beschützen, die längst Teil des Projektes für eine transkulturelle Gemeinschaft sein sollten?

Vielleicht ist es Gayatri Spivaks Frage - abgewandelt auf How does the Subaltern speak? - welche an diesen beiden Tagen in den spielerischen und zugleich kritischen Fokus körperlicher (Selbst)Repräsentanzen rückt. Mittels Workshops, Lecture Demonstrationen und performativen Interventionen eruieren wir, was zwischen widerständigen Strategien eines „NO EXOTIC!“ propagierenden Shooting Back und möglichen Affirmationen über Formen von (Selbst)Ermächtigung möglich wird.

In den Lectures und Screenings von Pêdra Costa und Fer Nogueira erfahren wir mehr über sub- und counterkulturelle Bewegungen wie gegenwärtige die Tropicália Bewegung in Brasilien referenzierende politische Ästhetiken, mit Bodies of Knowledge über die kodierten Kulturen des Afrofuturismus in Bezug zu gegenwärtigen migratorischen Erfahrungen und Strategien.

Elisabeth B. Tambwe untersucht und exponiert Blicke und ihre Richtungen. Lisl Ponger stellt in ihrem Workshop die Frage nach dem, was Empowerment adressiert, während Andrea Salzmann und Stefanie Sourial Liebesökonomien deren Rollen (und Tausch) auf die Spur gehen. Im Erstellen und Analysieren eigener second skins wie in den Workshops und Lectures von nadaproductions und Giorgia Conceição finden wir heraus, wo wir uns (als einzelne_r und als Gruppe) verorten und zwischen Ermächtigung und Aneignung bewegen.


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