Alte Musik · Klassik

Concentus Musicus Wien - Mit Leier und Schwert


Concentus Musicus Wien
Stefan Gottfried - Leitung (Cembalo / Orgel)
Momoko Nakajima - Sopran

Kaiserkomponisten am Wiener Hof
Werke von Leopold I., Joseph I., Johann Heinrich Schmelzer,
Johann Joseph Fux, Heinrich Ignaz Franz Biber

Dass die Habsburger Musik liebten und förderten, beweist eine lange Musiktradition und ist durch die Biografie vieler Komponisten sowie eine Vielzahl an Geschichten überliefert. Dass die Habsburger Musik selbst schrieben, ist die Besonderheit dieser Zuneigung. Erst recht, weil diese Musik mit der eines erfolgreichen Komponisten ohne Weiteres mithalten kann. Denn dabei ging es nicht um irgendeine ›private‹ Liebhaberei, vielmehr verfügten sie über eine fundierte musikalische Ausbildung. Auch wenn sich im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Regenten des Habsburgerreiches der Schöpfung von Musik widmeten, sprechen Musikwissenschaftler heute von vier Kaiserkomponisten: Ferdinand III., Leopold I., Joseph I. und Karl VI. Eine kammermusikalische Formation des Concentus Musicus Wien unter Stefan Gottfried nimmt sich zwei dieser kaiserlichen Musikschaffenden an und setzt sie in den Kontext der am Wiener Hof herrschenden Musikszene dieser Zeit.

Der Concentus Musicus Wien war über 60 Jahre lang Heimat und Urzelle des musikalischen Schaffens seines Gründers Nikolaus Harnoncourt. Die das Ensemble kennzeichnende Intensität und die fundierte, unmittelbar lebendige Auslegung der musikalischen Meisterwerke basierte stets wesentlich auf Harnoncourts Forderung an jeden einzelnen Musiker, aktiv mitzuvollziehen und persönlich zu durchdringen, warum jetzt gerade „so und nicht anders“. Das Ensemble – damit nicht nur ausführender, sondern vom Geist des Werkes erfasster musikalischer Partner – entwickelte auf diese Art unweigerlich seine spezifische musikalische Sprache, die es so unverwechselbar macht.

„Kunst ist immer neu“ – Nikolaus Harnoncourts Credo und elementar lebendige Triebkraft und das in jedem Einzelnen verankerte Erbe aus den gemeinsamen Jahrzehnten lässt auch nach seinem Tod nicht an ein Aufhören denken. Den zugeworfenen Funken weiter zu entfachen, immer neu zu aktualisieren und auf weiterhin zu eröffnende Perspektiven zu entflammen, ist heutiges Anliegen des Concentus Musicus.

Der familiäre Zusammenhalt der Musiker war dabei immer eine wichtige Grundlage. In diesem Sinn erneuert sich der Concentus Musicus von innen heraus: aus den eigenen Reihen kommend wird Stefan Gottfried als neuer künstlerischer Leiter zusammen mit Erich Höbarth und Andrea Bischof und gemeinsam mit dem Enkel Maximilian Harnoncourt die Zukunft formen und gestalten.

Die Tatsache, dass der große Musiker und Künstler Harnoncourt, der Generationen von Musikern geprägt hat, mit dem Concentus Musicus seine letzten großen Projekte verwirklicht hat (Mozarts Da Ponte-Zyklus, „Zauberflöte“ und das „Instrumentaloratorium“ der letzten drei Sinfonien, Beethovens Sinfonien und „Missa solemnis“), ist Auftrag und Herausforderung zugleich, diesen unverwechselbaren musikalischen Geist weiter zu tragen und weiter zu entfalten.


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