Klassik

Concentus Musicus Wien


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Programm:

Wolfgang A. Mozart - Symphonie Nr. 39 Es-Dur KV 543
Wolfgang A. Mozart - Symphonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Wolfgang A. Mozart - Symphonie Nr. 41 C-Dur KV 551, „Jupiter“

Interpreten:

Nikolaus Harnoncourt, Dirigent
Concentus Musicus Wien

Als Originalklangensemble der ersten Stunde hat der Concentus Musicus Wien der historischen Aufführungspraxis und ihrer Erfolgsgeschichte den Weg geebnet. Gegründet wurde die Formation 1953 von Nikolaus Harnoncourt, der bis heute Künstlerischer Leiter ist: „Die Musik jeder Epoche kann mit den Klangmitteln ihrer Zeit am lebendigsten dargestellt werden“, lautet Harnoncourts Credo.

Mehr als vier Jahre lang verbrachten die Musikerinnen und Musiker des Ensembles zunächst ausschließlich mit Probenarbeit, feilten am Klangbild und einer adäquaten Interpretation barocker und vorbarocker Werke, bis sie 1957 im Wiener Palais Schwarzenberg erstmals ein Konzert gaben.

Das Ereignis fand rasch seine Fortsetzung: mit jährlichen Konzertzyklen in Wien, Gastspielreisen (ab 1960) und einer Vielzahl von Platteneinspielungen – die Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach markierten hier den Anfang. Zu den vielen spektakulären Projekten des Concentus Musicus Wien zählt u. a. die Gesamtaufnahme aller Bachschen Kantaten gemeinsam mit G. Leonhard, die zwischen 1970 und 1989 entstand und mit einem Gramophone Award ausgezeichnet wurde.

Auch mit Operneinspielungen ist das Ensemble hervorgetreten: Erwähnt seien zum Beispiel Mozarts Lucio Silla und Il re pastore, Haydns Armida, Purcells Dido and Aeneas und The Fairy Queen oder Monteverdis drei Opern, ausserdem zahlreiche Oratorien von Georg Friedrich Händel. Regelmäßig wirkt das Ensemble bei Opernproduktionen im Theater an der Wien, bei der styriarte in Graz und bei den Salzburger Festspielen mit; Konzertreisen führen es rund um die Welt. Das Repertoire des Concentus spannt sich heute von der Renaissance bis zu Haydn, Mozart und Beethoven und umfasst gleichermaßen geistliche und weltliche Werke.

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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