Tanz

Company JANT-BI Jigeen - Afro-Dites


Sie sprühen vor Optimismus und Selbstvertrauen, sie verwandeln sogar das Schwere und Harte in lebenslustige Leichtigkeit und anmutige Poesie. Sie sind sind stark genug, auch ihre Verwundbarkeit zu zeigen, und vor allem sind sie unverschämt im bestmöglichen Sinne des Wortes — JANT-BI Jigeen erzählen tanzend vom Leben afrikanischer Frauen.

Jant-Bi ist eine rein männliche Kompanie, die 1998 aus dem senegalesischen Fischerdorf Toubab Dialaw auszog, um die Welt des Tanzes mit ihrer aufregenden Verbindung traditioneller afrikanischer und zeitgenössischer Tanzformen zu bereichern. 2009 hat Germaine Acogny, die große alte Dame des afrikanischen Tanzes, ihren langjährigen Traum verwirklicht, den Frauen jenen Raum zu geben, der ihnen zusteht: Sie gründete JANT-BI Jigeen/JANT-BI Women als weibliche Zweigstelle der Kompanie, die natürlich auch in Acognys École des Sables (école = Schule, sables = der im Deutschen nicht existierende Plural von Sand) trainiert.

„AFRO-DITES/Kaddu Jigeen!" — der Name des Stückes ist selbsterklärend, und doch muss man die neun Tänzerinnen von JANT-BI Women live auf der Bühne erlebt haben, um zu verstehen: Aphrodite, die antike griechische Göttin der Liebe, trifft auf die unbändige Liebe afrikanischer Frauen zum Leben in all seiner Widersprüchlichkeit.

Dieses Leben im Senegal des 21. Jahrhunderts ist geprägt vom Spannungsbogen zwischen traditionellen Riten und Bräuchen auf der einen Seite und den Anforderungen eines modernen urbanen Lebens am anderen Ende des Spektrums. Es steckt voller ernster, tiefgreifender Gegensätze und Paradoxien, die nach Flexibilität und Fantasie verlangen und sich häufig nur durch Humor und Ironie in ein Frauenleben integrieren oder gar auflösen lassen. Zur Originalmusik von Fabrice Bouillon-LaForest tanzen die senegalesischen Afro-Diten ihr Leben — und zwar fernab jeglicher beschönigender Klischees, die sich in europäischen Köpfen über Afrika festgesetzt haben mögen.

Als sie ein Kind war, nannte man sie ob ihres Tanzstils nur „la folle", die Verrückte. 2014 kürte das Magazin Jeune Afrique sie zu einer der 50 weltweit einflussreichsten afrikanischen Persönlichkeiten: Die Tanzikone Germaine Acogny, 1944 in Benin geboren, vereint in sich und in ihrer Auffassung vom Leben und vom Tanz das mystische Erbe ihrer Großmutter, einer Priesterin, und die Tanzkultur europäischen Zuschnitts.

Sie hat in Paris und New York Tanz studiert und weltweit getanzt und gelehrt, u.a. im Team von Maurice Bejart. Zusammen mit ihrem deutschen Ehemann Helmut Vogt gründete Acogny 1995 die École des Sables für traditionellen und zeitgenössischen afrikanischen Tanz in Senegal. AFRO-DITES/Kaddu Jigeen ist die erste Choreographie, die Acogny gemeinsam mit ihrem Sohn Patrick für JANT-BI Women gestaltet hat.


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