Film · Diverse Musik

Comic Film Musik I


Der (Zeichen-)Trickfilm fand erst wirklich Gefallen, als er auch zu klingen lernte. Klassische und seltene Meisterwerke früher Bewegtbild-Ton-Zauberei.

Von „Mickey-Mousing“ spricht man, wenn in einem Film die Musik – der Soundtrack – das Geschehen im Bild punktgenau begleitet. Dass die bis heute verbreitete Klangfigur ihre Bezeichnung einer der ersten Zeichentrickfiguren verdankt, spricht Bände: Die Uraufführung von Walt Disneys Steamboat Willie, dem ersten, vertonten Zeichentrickfilm, der ein Massenpublikum erreichte, am 18. November 1928, wird in Fankreisen als Geburtstag von Disneys anthropomorpher Maus gefeiert.

Tatsächlich wurden – unter anderen von Max Fleischer und Paul Terry – schon seit 1924 Cartoons mit Ton produziert. Doch Disney hatte für die Vertonung seiner Zeichentrickfilme ein eigenes Verfahren entwickelt und somit während etlicher Jahren die Nase vorn. Das Mickey-Mousing, obwohl nicht eigentlich eine Erfindung der Filmindustrie, wurde, nachdem Max Steiner 1933 damit in King Kong operierte, von Disney intensiv eingesetzt, weiterentwickelt und perfektioniert. Deswegen ein Blick zurück auf die Frühzeiten des klingenden Cartoons bzw. Trickfilms – nicht nur auf Walt Disney, sein Studio und dessen Zeichner, auf kurze Formen wie die grossartig-verschmitzten „Silly Symphonies“ mit sprechenden Titeln wie The Skeleton Dance (1929) oder The Battle Between Classic and Jazz (1935) und auf einen frühen, abendfüllenden Disney-Trickfilm, sondern auch auf die Konkurrenten: auf Max Fleischer und seinen kecken Betty Boop-Filmen und auf Tex Avery; auf Warner Bros und die Looney Tunes und Merry Melodies und auf Happy Harmonies von Metro Goldwyn Mayer. Dann möglichst noch ein Sprung über den Ozean nach Europa, nach Frankreich, Deutschland und zu Jiří Trnka, der in Prag nicht nur seine weltbekannten Puppenfilme, sondern auch einige hübsch subversive Zeichentrickfilme fertigte.

Irene Genhart Auswahl


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