Theater

Cleaning, babysitter, I help in house, 7 Euro!


„Scheißegal, was für ein Job, ich mache alles“ – alles, was Ilja anbieten kann, ist die Kraft seines Körpers. Seine Arme zum Heben, seinen Rücken zum Schleppen, seine Hände zum Spülen. In Anlehnung an Katzelmacher verhandelt das Wiener Kollektiv God’s Entertainment die Figur und die soziale Situation des „Gastarbeiters“.

Die Ängste, die Rainer Werner Fassbinder in seinem Film angesprochen hat, sind rund 45 Jahre später dieselben geblieben. Nur sind an die Stelle von Werktätigen aus dem ehemaligen Jugoslawien und der Türkei nun die illegalen EinwanderInnen getreten, die „den ÖsterreicherInnen“ angeblich die Arbeit streitig machen.

Europa, das ehemalige Versprechen des Wohlstands, der Chancen und der hohen Löhne, ist längst zur Festung geworden. Der Kontinent, der offiziell die Wahrung von Freiheit und Menschenrechten propagiert, steht vor einer zukunftsweisenden Entscheidung. Die Errungenschaften eines jahrhundertelangen Prozesses der Migration drohen zu kippen. Der Arbeitsmarkt der Nicht-Elite ist umkämpft.

Wie auf dem Arbeiterstrich um 6 Uhr morgens wird ab 20 Uhr abends in Cleaning, babysitter, I help in house, 7 Euro! Arbeit angeboten und der Preis verhandelt, bis der Job erledigt und bezahlt ist.

Das WUK wird zum Ort der (Ver)Handlung zwischen den ArbeiterInnen vom illegalen Markt und den BesucherInnen. Am nächsten Tag geht die Suche nach neuen potenziellen ArbeitgeberInnen weiter. Wer jedoch an der Reihe ist, bleibt ungewiss, denn der Pole unterbietet den Deutschen, der Ukrainer den Polen und der Rumäne den Ukrainer.


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