Kunstausstellung

Claus Prokop, Jonathan Podwil


Die Bandbreite der Medien, auf die Claus Prokop zurückgreift, reicht von Malerei im klassischen Sinn über Videos oder kleinere kinetische Objekte bis zu großflächigen architektonisch assoziierten Interventionen sowie monumentalen skulpturalen Arbeiten

Claus Prokop /A
Geboren 1966 in Klagenfurt, Studium der Architektur an der TU Wien, Studium der Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien und an The Cooper Union New York, lebt und arbeitet in Wien.

Die Bandbreite der Medien, auf die er zurückgreift, reicht von Malerei im klassischen Sinn über Videos oder kleinere kinetische Objekte bis zu großflächigen architektonisch assoziierten Interventionen sowie monumentalen skulpturalen Arbeiten, wie im Fall von LE TOUR – LA TOUR für die Tourismus Berufsschule Villach.

“Das gesamte Werk Prokops – von den Gemälden auf Leinwand bis zu den Interventionen architektonischen Charakters und den filmischen Arbeiten – zeigt sich als ein inhaltlich zusammenhängender Loop.“ (Pia Jardí, 2007)

So sind alle Arbeiten auch Skizzen für zukünftige Werke – Autogamie* als künstlerische Strategie. Dies trifft nicht nur in inhaltlicher Hinsicht zu. Mit Hilfe audiovisueller Medien, vorerst Super-8-Film und Fotokopierer, in weiterer Folge Video und digitale Fotografie, wurde z.B. die visuelle Information vorhandener Bilder weitertransferiert. Die Produkte und Zwischenprodukte dieses Prozesses waren neben ihrem Aspekt als eigenständige Arbeiten auch Motive für neue Bilder. Diese wiederum erlauben es, soweit man in diesem Fall von Anfang und Ende sprechen kann, den Prozess von Neuem beginnen zu lassen.

Gemeinsames Kennzeichen ist die Verwendung einfach verfügbarer Materialien und ein genereller Low-Tech-Ansatz. Als Material für die Malerei dienen handelsübliche Alltags-Materialien wie Hartfaserplatten und industrielle Lackfarben. Diese spezielle Ästhetik bestimmt sowohl Bildträger als auch Farbwerte, durch die diesen Elementen eigene Materialität wirken seine Arbeiten besonders pur, dennoch subtil nuanciert.
Die kinetischen Objekte bestehen aus Reststücken technischer Geräte, die die Geschichte ihrer ursprünglichen Verwendung noch ansatzweise in sich tragen, nun aber fragil in einem neuen Kontext bestehen. Seine Kunst am Bau Projekte sind so konzipiert, dass ein Großteil der Umsetzung von ihm selbst vor Ort erfolgen kann.

Erst diese Fülle an Unterschiedlichem lässt ahnen, wie konsequent und intensiv sich Claus Prokop mit elementaren Gestaltungsprinzipien, aber auch mit den komplexen Bereich Malerei bzw. im Grunde allen Medien an sich beschäftigt. Mit hoher technischer Präzision kreiert er immer weiterführende Arbeiten, die auch neue Fragen an das jeweilige Medium thematisieren.

Verbindendes Thema ist das Erforschen der uns umgebenden Welt und der ihr innewohnenden Systematiken, Prinzipien und Ordnungssysteme. Dazu Robert Menasse: „..Ich glaube, dass Claus Prokop nichts anderes tut, als dies: Mit Misstrauen gegenüber der „eigenen Brille“ alles neu zu sehen – und sich im Neugesehenen mit den Sehgewohnheiten auseinander zu setzen, sich durch sie im Ungewohnten zu orientieren ..“


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