Literatur

Christine Lavant: Das Kind


Zum 100. Geburtstag der großen Kärntner Autorin am 4. Juli 2015 erscheint die Neuausgabe von Christine Lavants Debüterzählung „Das Kind“, die 1945/46 entstanden ist. Sie erzählt darin vom Leben eines Kindes in einer Heilanstalt und bleibt ganz in der Denkwelt des Mädchens, das die so geheimnisvollen wie existenziellen Vorgänge um sich herum noch kaum versteht. Viele der späteren Themen werden schon hier eindrucksvoll angeschlagen: Krankheit, körperliche Beeinträchtigung, der diskriminierende Umgang der Gesellschaft damit und dagegen die Würde der Betroffenen, in rückständigen, von Religion und Aberglauben geprägten Verhältnissen die eigene Existenz zu behaupten.

Seit früher Kindheit war Christine Lavant selbst von verschiedenen schweren Krankheiten gezeichnet. Nicht Mitleid ist, was aus den Texten spricht, sondern genaues Wahrnehmen und Ernstnehmen aus wirklicher Nähe. Als Lyrikerin hochgeschätzt, ist die ungeheuerliche Kraft ihrer Prosa neu zu entdecken. Dieser Neuausgabe liegt die Originalhandschrift der Autorin zugrunde, neu durchgesehen und nur bei offensichtlichen Verschreibern und Fehlern korrigiert.

Klaus Amann, gemeinsam mit Doris Moser Herausgeber der vierbändigen Werkausgabe von Christine Lavant im Wallstein Verlag, hat auch diese Erzählung editiert und mit einem Nachwort versehen (2015). Er präsentiert gemeinsam mit der Salzburger Schauspielerin Ulrike Arp das Buch.


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