Kunstausstellung

Christian Rosa - Now it's over


Rosa ist mit einer Gruppe von jungen abstrakten Malern, darunter Jacob Kassay, Ryan Sullivan und Oscar Murillo, bekannt geworden und gehört mittlerweile zu den prominentesten Künstlern Österreichs. Seine kargen Arbeiten wecken zahlreiche Assoziationen zu Künstlern der klassischen sowie der Nachkriegs-Moderne

Christian Rosa wurde 1982 in Rio de Janeiro geboren und wuchs in Wien auf. Er studierte an der
Akademie der bildenden Künste in Wien bei Daniel Richter, wo er 2012 graduierte. 2011 erhielt er den
Walter Koschatzky Preis.
Einzelausstellungen hatte er 2013 in Los Angeles (The Shits and The Seven Dwarfs, Ibid), 2014 in
Turin (Christian Rosa, La Fondazione Sandretto Re Rebaudengo), 2014 in Berlin (Love´s Gonna Save
The Day, Contemporary Fine Arts), 2014 in Los Angeles (California Screaming, Ibid), 2015 in
Heilbronn (I am in love with the Coco, Kunstverein), 2015 in London (Put Your Eye in Your Mouth,
White Cube), und 2015 in Sao Paulo (More than Nothing, White Cube).

Ab 2013 ist er, gleichzeitig mit einer Gruppe von jungen abstrakten Malern, darunter Jacob Kassay,
Ryan Sullivan und Oscar Murillo, bekannt geworden und gehört mittlerweile zu den prominentesten
Künstlern Österreichs. Dies hat als Nebeneffekt auch die internationale Wahrnehmung von Wien als
Kunststandort verändert.
Nunmehr kehrt Christian Rosa mit seiner ersten Einzelausstellung in Österreich Now it´s over nach
Wien zurück.

Die kargen Arbeiten von Christian Rosa wecken zahlreiche Assoziationen zu Künstlern der
klassischen sowie der Nachkriegs-Moderne, scheinen diese Traditionen aber gleichzeitig in Frage zu
stellen. Offensichtlich agiert er in seiner Malerei mit fremden Zeichen, indem er auf Traditionen
zurückgreift, die zwar ihre ursprüngliche Legitimation verloren haben, aber weiterhin als idealer
Speicher für eine Fülle von heterogenen Bildern, Ideen, Erinnerungen, Gefühlen dienen. Derart
versucht Rosa einen Neuanfang, in dem aber eine quasi klassische Werteorientierung fortlebt. Anders
als seine Vorgänger, die mit der Absicht gezielter Kommunikation Symbole und Ikonen bearbeiteten,
steht bei ihm das Indexikalische im Vordergrund, die Konzentration auf unwilkürliche Effekte, auf die
Handschrift, auf eine Art Sound. Auf rauher Leinwand entsteht so eine Art persönliche Kalligraphie aus
Linien, Punkten, Quadraten und Kringeln, die Primärformen für Figurationen sein könnten. Unförmiger,
nebeliger Sprühlack steht den graphischen Qualitäten von Bleistift und Ölkreide entgegen. Die
inhärenten Qualitäten des Materials bewirken strukturelle Reize, die neue emotionale und visuelle
Erfahrungen des Betrachters auslösen sollen. Die Gemälde von Christian Rosa entspringen dabei
einer malerischen Aktion, die, geleitet vom Zufall und von einem instinktiven Vertrauen in die Energie
physischer Bewegung, auch Fehler nicht verheimlichen will. Zwischen den vereinzelten Markierungen,
die sich in ihrer Kürze und Gestik jeder Anmutung von Handwerklichkeit und jedem Anschein von
Festlegung und Verwurzelung entziehen wollen, entsteht dann viel Platz und die so entstandene
Leere will mit allen möglichen Narrativen und Projektionen besetzt werden. Michael Hort: "These
images are very whimsical and imaginative. They are abstract but not entirely abstract. The markings
remind you of graffiti, and when you take the time to look, you see all kinds of things.“1 Das Werk von
Christian Rosa ist also keineswegs mit der Produktion abgeschlossen, sodern entsteht im wahrsten
Sinne des Wortes auch im Auge des Betrachters.
Untersucht man sein Werk nicht nur in Hinblick auf ästhetische Verwandtschaften, sondern unter
soziologischen Gesichtspunkten, so wird die Verankerung seiner Arbeit im Bereich der Pop-Kultur
evident. Die Malerei von Christian Rosa ist in erster Linie ein Atelierprodukt. Ihr Referenzpunkt ist
weder der eigentliche kompositorische Akt, noch die Echtzeitsituation einer Performance, sondern
eine oft unter Anwesenheit von Kollegen, vollzogene Studiopraxis. (2014 hat er mit 1704 Hooper
Projects in Los Angeles einen Showroom eröffnet, der es europäischen Künstler-Freunden ermöglicht,
dort in der Nähe seines Studios zu arbeiten und auszustellen.)


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