Pop / Rock

Chris Rea


Virtuoses Gitarrenspiel, eine unverkennbar rauchig-sanfte Stimme und hervorragende Songs haben Chris Rea den Weg zum weltweiten Erfolg geebnet.

Der Künstler mit sparsamen Gesten und wenigen Worten überzeugt jenseits von Mainstream und modischen Trends mit seinem persönlichen Stil, der von jeher bluesgeprägt war. Erst mit 19 Jahren nahm Chris Rea seine erste Gitarre in die Hand. Geboren wurde er in Middlesbrough (England). Sein Vater, ein italienischer Einwanderer, hatte eine Eisdiele, und Chris wuchs mit einer idealisierten Vision von Italien auf, ein Ort, wo alles sonniger, glücklicher und irgendwie besser erschien und man umgeben war von Akkordeon-spielenden Onkeln.

Er sagt, diese italienischen Einflüsse kann man bis heute in der Sanftheit von vielen seiner Songs hören. Zum Blues brachte ihn sinnigerweise eine "politisch korrekte" Lehrerin, die einen seiner Aufsätze vor der ganzen Klasse buchstäblich in kleine Stücke zerreißen wollte. Schließlich zerrten beide über dem Pult an den Seiten - und er wurde von der Schule verwiesen. Er ging frustriert zu einem Freund, der ihm an diesem Tag eine Joe-Walsh-Platte vorspielte - und das verändert sein Leben. Chris Rea kaufte sich seine erste Gitarre und ein Bottleneck.

Vor einigen Jahren erkrankte er an der Bauchspeicheldrüse und mußte sich mehreren komplizierten Operationen unterziehen. Während seiner Krankheit waren es seine zwei Töchter und seine Frau, die ihn stark machten und am Leben erhielten. Seine Familie, sagt er, habe ihn buchstäblich gerettet.

In dieser schweren Zeit entstand die Sehnsucht nach dem Album, das ihn seine musikalischen Wurzeln spüren ließ. Sein damalige Lebenszustand mündete in die Texte des Albums "Stony Road" mit einer erstaunlichen Gradlinigkeit und Direktheit, für die es in seinem bisherigen Schaffen keine Vergleiche gibt. Er selbst sagt, daß die Songs fertig ins Leben aus einer Zeit schwerer Krankheit sprangen. "Stony Road" steht und fällt mit Lebendigkeit. Was lebendig ist, verändert sich und so gesehen, hat Chris Reas in den letzten zwei Jahren gravierende Veränderungen erlebt, die auch seine Gesundheit wieder hergestellt haben. Er besaß schon immer ein Gefühl für den Blues. Mit anderen Worten, die Akkorde und Töne, die für den Blues wichtig sind, sind Noten, die im Ansatz auch schon in vielen alten Songs von Chris Rea stecken. So war sein erster Welterfolg "Fool (When You Think It's Over)" in der Urfassung als Blues konzipiert.

Die 12-taktigen Akkordgerüste auf seinem Album "Stony Road" enthalten natürlich auch die typischen melodischen Feinheiten, die wohl seine irisch - italienische Abstammung beisteuert. Jean Cocteau hat die Bluesdichtung den einzig wesentlichen Beitrag zur echten Volksdichtung im letzten Jahrhundert genannt. Mit "Stony Road" begibt sich Chris Rea deshalb auch nicht in eine Nische des Musikmarktes. Im Gegenteil: die authentische Vitalität des Albums ist herzerfrischend in einer Zeit mit zunehmend "geklonter" musikalischer Konfektionsware.


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