Alte Musik · Klassik

Chor und Orchester der Academia Montis Regalis


Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Messe h-Moll (Missa tota) BWV 232

In der h-Moll-Messe ist Bachs Kompositionskunst in ihrer Universalität enthalten. Nach heutigem Forschungsstand setzt sich das Werk aus der Musik von verschiedenen anderen Kompositionen ab dem Jahr
1714, bis hin zu neuen Kompositionen aus den letzten Lebensjahren Bachs, zusammen. Daraus ergibt sich eine monumentale Vielfalt der musikalischen Charakteristik und Stilistik sowie des Ausdrucks und der Stimmung, die sich dennoch auf magische Weise zu einer grandiosen Einheit fügt.

Eine Aufführung der h-Moll-Messe, wie nun in der Stiftskirche Wilten, kommt deshalb für Alessandro De Marchi neben dem übergeordneten religiösen Aspekt auch einer Bestandsaufnahme der umfassenden und differenzierten Kompositionskunst Bachs gleich.
Als Vorlagen aus seinem eigenen Schaffen dienten Bach Chöre und Arien vorwiegend aus geistlichen Kantaten, aber auch aus weltlichen Huldigungsmusiken.

In der Kompositionsart der einzelnen Sätze lassen sich Anknüpfungen an den „Stile antico“ und an Palestrina – dessen „Missa sine nomine“ Bach bearbeitet hat – sowie auch an zeitgenössische Kirchenmusik, etwa von Pergolesi, erkennen. Des Weiteren verwirklicht Bach hauptsächlich seine kontrapunktisch durchwirkte polyphone wie ariose Kompositionsweise, nähert sich in manchen Arien aber auch den Prinzipien der Opernkomposition seiner Zeit an.

Bach setzte die Messe aus vier Teilen zusammen:
– der aus Kyrie und Gloria bestehenden Missa, die er 1733 für Dresden komponiert hat;
– dem Symbolum Nicenum (Credo), das er 1748/49 a uf der Grundlage mehrerer früherer Kompositionen verfasst hat;
– dem 1724 für Leipzig komponierten Sanctus;
– den 1748/49 ergänzten Sätzen Osanna (auf Grundlage einer weltlichen Kantate), Benedictus, Agnus Dei (nach einer Kantatenarie) und Dona nobis pacem, in dem er das Gratias agimus aus dem Credo aufgreift und den Kreis der h-Moll-Messe als Werkeinheit schließt.

Besetzung:

Chor und Orchester der Academia Montis Regalis
Alessandro De Marchi (Dirigent, musikalische Leitung)

Marie-Sophie Pollak* (Sopran I)
Ruby Hughes* (Sopran II)
Jakob Huppmann* (Altus)
Dávid Szigetvári* (Tenor)
Marcell Bakonyi* (Bass)




  • Ehemalige TeilnehmerInnen des Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti


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