Klassik

Chor & Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks


Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Programm:

Hildegard von Bingen - „O Jerusalem“, Hymnus St. Rupert

Anton Bruckner - Messe Nr. 2 e-Moll für 8-stimmigen gemischten Chor und Bläser

Samir Odeh-Tamimi - Al-Hallağ
für großen Chor, 4 Blechbläser und 2 Schlagzeuger mit Texten von und Betrachtungen über den Sufi-Mystiker Mansur al-Hallağ (857-922)
(Uraufführung, Auftragswerk der Salzburger Festspiele)

Interpreten:

Rupert Huber, Dirigent
Chor des Bayerischen Rundfunks
Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Der Chor wurde 1946 als erster Klangkörper des Bayerischen Rundfunks gegründet. Sein künstlerischer Aufschwung verlief ab 1950 parallel zum Symphonieorchester des BR, deren beider Chefdirigent seit 2003 Mariss Jansons ist. Seither verbindet beide Klangkörper eine intensive Konzerttätigkeit.

2005 wurde Peter Dijkstra zum Künstlerischen Leiter berufen, der als bekennender „Anti-Spezialist“ vielfältige Programme vorgestellt hat. Dazu gehören A-cappella-Produktionen ebenso wie die Zusammenarbeit mit Orchestern, darunter auch Altklangorchester wie Concerto Köln oder Akademie für Alte Musik Berlin. Aufgrund seiner klanglichen Homogenität und der stilistischen Vielseitigkeit, genießt das Ensemble höchstes Ansehen in aller Welt.
Der Chor gastiert regelmäßig bei namhaften Festivals wie dem Lucerne Festival oder den Salzburger Festspielen und konzertiert mit europäischen Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Lucerne Festival Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle Dresden oder dem Concertgebouw Orkest Amsterdam. Am Pult standen Persönlichkeiten wie Claudio Abbado, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink, Daniel Harding, Nikolaus Harnoncourt, Andris Nelsons, Riccardo Muti oder Christian Thielemann.

„Die Religion ist wie ein Fluss, der durch viele Länder fließt. Jedes Land gibt diesem Fluss einen anderen Namen und beansprucht diesen womöglich auch noch für sich. Dabei ist der Fluss aber unabhängig von den Ländern und entspringt darüberhinaus auch einer Quelle.“

Diese Beschreibung des Sufi-Meisters Muzaffer Efendi ist nur eine von vielen Metaphern, mit denen im Sufismus darauf verwiesen wird, dass Religion nicht trennen, sondern vereinen soll.

Die Feier der Natur, des Menschen und des Göttlichen, der Höhepunkt eines jeden Sufi-Rituals, steht auch im Zentrum der aus christlicher Feder stammenden Werke der Ouverture spirituelle.

Sei es in Haydns die Entstehung der Welt schildernder Schöpfung zu Beginn, sei es in Bruckners Te Deum zum Abschluss der Ouverture spirituelle, in dem sich Himmel und Erde zum Gotteslob vereinen. Gleichsam ein neues Oratorium, ein instrumentales nämlich, hat Nikolaus Harnoncourt in den drei letzten Symphonien Mozarts entdeckt. Nach seiner intensiven Auseinandersetzung mit diesen Werken ist er überzeugt davon, dass sie aufgrund verschiedener Parameter in geradezu magischer Weise miteinander verbunden sind und in der Tonartenabfolge Es-Dur, g-Moll, C-Dur den Schicksalsweg eines Menschen widerspiegeln: einen Weg von feierlichem Ernst mit dramatischen Konflikten über Hoffnungslosigkeit bis zum geradezu triumphalen Halleluja. (Ronny Dietrich)

Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle:

Wie in den vergangenen beiden Jahren begleitet das Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen die Ouverture spirituelle inhaltlich mit wissenschaftlichen Erörterungen und Diskussionen. Das Konzertprogramm mit dem Schwerpunkt Islam begleitend, werden bei den Disputationes Themen aufgegriffen, die sich mit den Fragen rund um den interkulturellen und interreligiösen Dialog auseinandersetzen.
Die Auftaktveranstaltung findet am 18. Juli 2014 statt. Es folgen drei Gesprächsrunden im Rahmen der Ouverture spirituelle.


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