Jazz

Chick Corea


Downbeat-Künstler des Jahres 2010, Mitglied der NEA Jazz Masters Fellowship, 20-facher Grammy-Gewinner und gefeierter Piano-Virtuose - Chick Corea hat zu Recht den Status einer lebenden Legende.

1968 holte ihn dann Miles Davis als Ersatz für Herbie Hancock in seine Band und nahm mit ihm im Laufe von drei Jahren so epochale Alben wie “Filles De Kilimanjaro”, “In A Silent Way”, “Bitches Brew” und “Miles Davis At The Fillmore” auf.

Nach dem Ausstieg bei Miles bildete der Pianist etwas überraschend mit Anthony Braxton, Dave Holland und Barry Altschul ein Ensemble namens Circle, das sich ganz der freien Improvisation verschrieb und ein Live-Album, “Paris Concert”, für das blutjunge ECM-Label aufnahm. Unter der Ägide des ECM-Produzenten entstanden in den frühen 70er Jahren noch weitere wegweisende Aufnahmen des Pianisten: darunter zwei Alben mit “Piano Improvisations”, das Album “Return To Forever” (das die Geburtstunde der gleichnamigen All-Star-Fusion-Band dokumentierte) und die erste Duett-Einspielung mit Gary Burton, “Crystal Silence”, der in den Jahrzehnten danach noch einige Alben folgen sollten (2012 feiern die beiden ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem neuen Album namens “Hot House” und einer ausgedehnten Welttournee).

Mit der Ursprungsbesetzung von Return To Forever (RTF) - mit Saxophonist/Flötist Joe Farrell, Bassist Stanley Clarke, Perkussionist Airto Moreira und der Sängerin Flora Purim - spielte Corea auf “Return To Forever” und “Light As A Feather” noch von brasilianischer Rhythmik geprägten luftigen Latin-Jazz. Dann mauserte sich das Ensemble, das seit der zweiten Platte bei der Polydor unter Vertrag stand, nach einer Umbesetzung zu einer der maßgeblichen Fusion-Bands neben Joe Zawinul und Wayne Shorters Weather Report, Herbie Hancocks Headhunters, John McLaughlins Mahavishnu Orchestra und Tony Williams’ Lifetime. Nachdem er RTF 1975 aufgelöst hatte, präsentierte sich Chick Corea Chick Corea more about Chick Corea ... auf seinen Alben in munterem Wechsel mit immer wieder neuen (mal akustischen, mal elektrischen) Ensembles, als Piano-Solist oder mit Duo-Partnern wie Herbie Hancock, Béla Fleck (“The Enchantment”, 2007) oder kürzlich Hiromi Uehara (“Duet”, 2009) und Stefano Bollani (“Orvieto”, 2011). Mit Bassist Eddie Gomez und Schlagzeuger Paul Motian, zwei prominenten ehemaligen Sidemen des großen Bill Evans, spielte der schier unermüdliche Corea die Evans-Hommage “Further Explorations” (2012) ein.

Gelegentlich knüpfte der Pianist bei seinen Projekten auch an alte Arbeiten an. Etwa in den frühen 1980ern, als er für zwei vielbejubelte ECM-Einspielungen (“Trio Music” und “Trio Music Live”) sein legendäres Trio mit Miroslav Vitous und Roy Haynes wiederauferstehen ließ. An seine spanischen Wurzeln, die er erstmals 1976 auf dem Doppelalbum “My Spanish Heart” so richtig offenbart hatte, erinnerte er 2006 noch einmal mit “The Ultimate Adventure” und der DVD “Live In Barcelona”. Eine Reunion mit Originalmitglieder von Return To Forever feierte er auf “Return To Forever Returns” (2009) und dem Doppelalbum “Forever” (2011). In die aufwühlende Zeit der Fusionjahre tauchte er 2009 erneut gemeinsam mit John McLaughlin und den anderen Stars der Five Peace Band ein (“Five Peace Band Live”). Für die Deutsche Grammophone nahm er zudem ein neues Werk auf, auf dem er - wieder einmal - zwischen Jazz und Klassik pendelte: “The Continents: Concerto for Jazz Quintet & Chamber Orchestra” (2012).

Auch mit seinem alten Duo-Partner Gary Burton teilte er immer wieder Bühne und Studio: 2008 nahmen die beiden zusammen “The New Crystal Silence” auf (für welches das Duo zum vierten Mal mit einem Grammy ausgezeichnet wurde) und 2012 - zum 40-jährigen Jubliäum ihrer Partnerschaft - das Album “Hot House”, auf dem sie erstmals fast ausschließlich Fremdkompositionen interpretieren.


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