Oper

Charodeyka (Die Zauberin)


Tschaikowskys „Charodeyka“ ist erstmals im Theater an der Wien zu sehen.

1885 wurde Peter I. Tschaikowski von seinem Bruder Modest auf das neue Drama des damals erfolgreichen Autors Schpaschinski aufmerksam gemacht; eine Liebesszene sei darin, die sich zur Vertonung gut eigne. Tschaikowski interessierte sich dann aber mehr für die beiden weiblichen Hauptfiguren als für die Liebesszene. Er bat den Autor das Stück zu einem Libretto umzugestalten. Schpaschinskis Text geriet aber zu lang, so dass sich das Ringen u eine aufführbare Fassung zwei Jahre hinzog.

Nastasja, genannt Kuma, führt ein Gasthaus am Fluss. In der toleranten Atmosphäre, die sie dort geschaffen hat, finden auch politisch und gesellschaftlich Geächtete Zuflucht. Kuma wird viel umworben, schenkt aber keinem ihre Gunst. Als Prinz Juri einmal vorbeizieht, verliebt sie sich in ihn, wagt aber nicht, sich ihm zu nähern.

Dem regierenden Fürsten Kurtjatew, dem Vater des Prinzen, ist das Lokal als Treffpunkt kritischer Geister ein Dorn im Auge. Er will es schließen lassen, aber Kumas Charme bestrickt auch ihn, und anstatt das Lokal zu schließen, verbringt er plötzlich selbst viel Zeit dort. Der Intrigant Mamyrow erzählt davon der Fürstin und weckt ihre Eifersucht. Als Juri vom Verhalten seines Vaters hört, will er die Frau, die seinen Vater so verhext hat, dass er Gemahlin und Regierung vernachlässigt, umbringen.

Der Fürst erklärt indessen Kuma seine Liebe, sie weist ihn jedoch ab. Als Juri zu ihr kommt, um sie zu töten, kann sie ihn von ihrer Unschuld überzeugen, und auch er verliebt sich in sie. Kurz bevor die beiden zusammen fliehen wollen, vergiftet die Fürstin Kuma, sie stirbt in Juris Armen. Den Leichnam wirft die Fürstin in den Fluss. Auf der Suche nach Kuma tötet der Fürst aus Eifersucht seinen Sohn und verfällt dem Wahnsinn.

Oper in vier Akten (1887)
Musik von Peter Iljitsch Tschaikowski
Libretto von Ippolit Wassiljewitsch Schpaschinski

In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Besetzung:

Musikalische Leitung Mikhail Tatarnikov
Inszenierung Christof Loy
Ausstattung Christian Schmidt
Licht Bernd Purkrabek
Choreografische Mitarbeit Thomas Wilhelm

Fürst Kurljatew Johannes Martin Kränzle
Fürstin Jewpraxija Agnes Zwierko
Prinz Nikita, genannt "Juri" Maxim Aksenov
Mamyrow Vladimir Ognovenko
Nenila Hanna Schwarz
Nastasja, genannt "Kuma" Asmik Grigorian
Foka Martin Snell
Polya Natalia Kawalek-Plewniak
Kitschiga Nikolay Didenko
Balakin Erik Årman
Paisi Andreas Conrad
Potap Stefan Cerny
Lukasch Vasily Efimov
Kudma Martin Winkler
Iwan Schuran Martijn Cornet

ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)


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