Jazz

Charles Gayle Trio


"High Energy Player" Charles Gayle (*1939 in Buffalo/N.Y.) ist einer der letzten lebenden "Propheten" des Free Jazz.

Er gehört eigentlich zur ersten "Free-Generation", knüpfte an Albert Ayler und andere Pionieren des Free Jazz an, schlug sich aber fast fünfzehn Jahre lang in New York überwiegend als obdachloser Straßenmusiker durch. Er nahm aber auch in den Jazzclubs in New York an Sessions mit Szenegrößen wie Pharoah Sanders und Archie Shepp teil.

1984 hörte ihn der deutsche Bassist Peter Kowald an einer Straßenecke in New York, vermittelte ihm erste Engagements und nahm ihn, nach einem Auftritt beim New Yorker "Sound Unity Festival", nach Europa mit wo es zur Zusammenarbeit mit Musikern der europäischen Free-Szene kam. Nach seiner Rückkehr in die USA, wo inzwischen auch die New Yorker Szene auf ihn aufmerksam geworden war, entstanden innerhalb einer Woche seine ersten drei Alben. Weitere Auftritte auf der Straße wechselten sich mit Konzerten in Aventgarde-Clubs und mit Europa-Tourneen ab.

Der endgültige internationale Durchbruch erfolgte Anfang der 1990er Jahre. 1993 nahm er, gemeinsam mit zwei anderen "Free-Größen", dem Bassisten William Parker und dem Drummer Rashid Ali den Klassiker "Touchin on Trane" auf.

Das Vermächtniss von John Coltrane wird hier von Gayle, Parker und Ali lebendig und dynamisch weitergeführt. Auftritte bei internationalen Festivals in aller Welt folgten. 1995 gab es beim "Jazzfestival Saalfelden" ein grandioses "Gipfeltreffen" mit einer weiteren "Free-Ikone", dem leider Ende 2012 verstorbenen Saxofonisten David S. Ware.

Trotz der erlangten Popularität blieb die Straße stets seine Inspirationsquelle der er treu blieb und wohin er immer wieder für "Gastspiele" zurückkehrte.

Charles, der als Kind Klavierunterricht nahm, hat sich das Saxofonspielen autodidakt beigebracht. Er hat aber auch an der Universität seiner Heimatstadt Buffalo Musik studiert. Sein kraftvolles, energetisches und von großer Spiritualität geprägtes Spiel auf dem Saxofon weist darauf hin, dass er sein "normales" Leben unmöglich von seiner gespielten Musik trennen kann. Es kann an keiner Schule erlernt werden, es erwächst aus mentaler Energie. Es geht nicht um geschliffene Intonation, sondern um eine unnachahmliche Phrasierung, die einen grenzenlosen, mitreißenden Sound entstehen läßt.

Im Februar 2012 trat er, gemeinsam mit dem Bassisten Larry Roland und dem Drummer Michael Wimberly, zum ersten Mal im "Martinschlössl" als "Streets, the Clown" auf. Mit dieser Figur will er dem Publikum die Verbundenheit zu den Straßen, Parks und U-Bahn Stationen vermitteln wo er so lange musikalisch gewirkt hat. Es war ein denkwürdiges, ein bewegendes Konzert !

Der junge polnische Bassist Ksawery Wójciński ist ein Musiker mit großer Sensiblität für Klang aber auch ohne Scheu für das Experimentelle. Sein musikalisches Interesse und das Spektrum seines Könnens auf seinem Instrument reicht von alter, bis hin zur zeitgenössischen, frei improvisierten Musik. Er genießt international eine ausgezeichnete Reputation und hat, trotz seiner Jugend, u.a. schon mit US-Spitzenjazzern wie Hamid Drake und Michael Zerang sowie mit seinem Landsmann
Waclaw Zimpel zusammengearbeitet.

Klaus Kugel ist einer der meistbeschäftigsten, europäischen Schlagzeuger im zeitgenössischen, frei improvisierten Jazz. Auch er ist ein international hoch geschätzter Musiker, der ebenfalls auf die Zusammenarbeit mit vielen Topmusikern wie z.B. Tomasz Stanko, Charlie Mariano, Steve Swell, Herb Robertson, Roy Campbell, Hilliard Greene, Kenny Wheeler, Peter Evans, William Parker, Waclaw Zimpel, Mars Williams u.v.a. hinweisen kann.

Freuen wir uns auf ein von Inspiration geprägtes Klangerlebnis mit Improvisationsmusik in der Tradition des Free-Jazz der 1960er Jahre auf höchstem Niveau !

Charles Gayle – tenor saxophone
Ksawery Wójciński - double bass
Klaus Kugel - drums


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