Neue Klassik

Charles Curtis Quartet


Der 85-jährige US-Amerikaner Alvin Lucier hinterfragt die Einzelteile von Musik so lange, bis sie erst recht wieder ein großes Ganzes ergeben. Beim musikprotokoll folgt er dabei der Bewegung des Cellisten Charles Curtis.

Der lateinische Begriff „com-ponere“ bedeutet „zusammensetzen“. In Europa wurde daraus das Wort für den Tonsetzer und die Tonsetzerin. Das Zusammensetzen mehr oder weniger vorgegebener Bausteine – von Tönen, Klangfarben, Rhythmen – ist deren Beruf. So betrachtet ist Alvin Lucier kein Komponist. Bauklötze zusammenzusetzen ist nämlich seine Sache nicht. Ganz im Gegenteil.

Luciers Sache ist es, die Bauklötze so lange zu hinterfragen, bis daraus Musik entsteht. Dann erzeugen Hirnwellen Perkussionsmusik und Drähte selbsttätig ein Endlossummen. Schallwellen beginnen miteinander zu spielen, Luciers Stimme durchmisst Räume und löst en passant dabei auch noch Sprache auf. In seinem berühmtesten Werk „I Am Sitting in a Room“ lotet er die Beziehung zwischen Stimme und Raum besonders pur und minimalistisch aus.

Für das musikprotokoll 2016 macht sich der 85-jährige „Komponist“ noch einmal auf eine neue Reise. Die Bewegung des Bogenarmes des Cellisten Charles Curtis dient diesmal als Ausgangpunkt – und als Endpunkt: Das Charles Curtis Quartet wird die Stücke von Alvin Lucier in Graz aufführen.

Mit Kompositionen von Alvin Lucier (US)
Mit Charles Curtis Quartet (US/DE)

Alvin Lucier Talk
Fr 07/10, 10.00
Kunstuniversität Graz / Aula
Eintritt frei


Termine

Es sind uns leider keine aktuellen Termine bekannt.